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27.09.2009

FDP-Kandidat Erik Schweickert im Glück

PFORZHEIM. Grund zum Feiern gab es im Bundestagswahlkreis Pforzheim (mit Enzkreis) vor allem bei CDU und FDP. Katerstimmung herrschte bei der SPD. Und ein Novum: Vermutlich ziehen fünf Abgeordnete nach Berlin.

Als Pforzheims Erster Bürgermeister Roger Heidt als Wahlleiter für den Bundestagswahlkreis 279 Pforzheim (mit Enzkreis) eine knappe Stunde nach Schließen der Wahllokale (18 Uhr) ein erstes Zwischenergebnis im großen Sitzungssaal des Rathauses bekannt gab, waren ein Drittel der Pforzheimer Stimmbezirke ausgezählt. Krichbaum und die CDU lagen trotz Verlusten deutlich vorn. Für Katja Mast und die SPD zeichneten sich ein deutliches Minus und ein eng gewordener Abstand zu FDP und Erik Schweickert ab. Bündnis 90/Die Grünen und Memet Kilic lagen wie Die Linke und Annette Groth unter zehn Prozent.

Längst übertrugen da die Fernsehstationen die Erklärungen der Spitzenpolitiker in Berlin und aus Stuttgart, wo die Pforzheimer Fraktionsvorsitzenden Stefan Mappus (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) zufrieden dreinblickten. Die Hochrechnungen für die Parteien im Land ließen zudem vermuten, dass Pforzheim und der Enzkreis durch gute Plätze der Kandidaten auf den Landeslisten künftig fünf Abgeordnete nach Berlin entsenden werden.

„In Berlin gestärkt“

Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) bewertete dies als „eine großartige Stärkung für unsere Stadt wie für den Enzkreis“. Im Vorfeld habe man das nicht erwarten können. Jetzt schon Forderungen zu stellen, halte er jedoch für „zu vermessen“. Was das Ergebnis seiner Partei betrifft, meinte er, die SPD müsse da nicht lange herumreden. Es sei schlecht, zumal es nach den Prognosen so nicht vorauszusehen gewesen sei.. „Ich gratuliere den Siegern und hoffe, dass die neue Bundesregierung die Aufgaben meistert, die unser Land bewältigen muss.“

Ganz entspannt verfolgte Landrat Karl Röckinger die zäh eintreffenden Ergebnisse. „Es ist ein völlig neues Gefühl, mal nicht Wahlleiter zu sein“, merkte er an. „Ich bin schon erstaunt, wie die beiden großen Parteien abgeschnitten haben“, mehr wollte der parteilose Chef der Enzkreis-Verwaltung aber nicht sagen. Um dann doch zu ergänzen: „Ich denke, dass Erik Schweickert weit über dem FDP-Landesdurchschnitt liegen wird.“

Das vorläufige amtliche Endergebnis für Pforzheim/Enzkreis, das erst um 21.25 Uhr verkündet werden konnte, wollte er im Rathaus aber nicht abwarten. Mühlacker und Illingen waren übrigens die Schlusslichter beim Durchgeben der Wahlergebnisse. Da hatte der aus Stuttgart herbeigeeilte Pforzheimer FDP-Landtagsfraktionsvorsitzende, Kreisvorsitzende und Stadtrat, Hans-Ulrich Rülke, seinen erfolgreichen Parteifreund Erik Schweickert längst herzlich umarmt.