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Georg Leicht überreicht dem Schmuckmuseum ein Fabergé-Ei als Leihgabe mit Cornelie Holzach. 
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Fabergé-Ei von Stefan Leicht fürs Pforzheimer Stadtmuseum: Erinnerung an einen großen Moment

Tage der Wiedervereinigung: Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, war Stefan Leicht auf Westberliner Seite ganz vorne dabei. Für den Bruder des Pforzheimer Juweliers Georg Leicht ein hochemotionaler Moment. 13 Jahre später erhielt er sein eigenes Fabergé-Ei mit einem Modell des Brandenburger Tors im Inneren und dem Satz: „Ich war dabei.“ Die Familie Leicht stellt nun das Fabergé-Ei dem Schmuckmuseum Pforzheim als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Dort vereinigt es sich wieder mit den sechs bereits in der Sammlung befindlichen Fabergé-Eiern von Herbert Mohr-Mayer, dessen Firma Victor Mayer diese Kleinode lange Zeit im Auftrag anfertigte.

Eines von 25 Exemplaren

Die Sammlung des Schmuckmuseums Pforzheim wird um ein kostbares Exponat aus einer limitierten Sonderedition reicher: das Fabergé-Ei-Objekt »Brandenburger Tor«. 

Entstanden sind die insgesamt 25 Exemplare dieser Edition im Jahr 2002. Damals präsentierte Juwelier Leicht das Ei-Objekt in Berlin im Beisein zahlreicher prominenter Gäste, u.a. Dr. Lothar de Maizière, SKKH Dr. Géza von Habsburg, des russischen Botschafters Sergej B. Krylow sowie Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf. Nach kurzer Zeit war die komplette Edition vergriffen, und lediglich ein Objekt – das jetzt dem Schmuckmuseum übergebene Ei - verblieb im Besitz von Stefan Leicht.

Dazu der Pforzheimer Juwelier: »Das Brandenburger Tor ist ein nationales Symbol. Es war zuerst Stadttor, dann Zeichen des kaiserlichen Deutschlands, der nationalen Überhebung, der Niederlage, der Trennung und schließlich glanzvolles Symbol der Wiedervereinigung. Diesem Symbol wollten wir ein Denkmal setzen.«

Im Inneren des Kunstobjekts aus Gold, Brillanten, Email und Jaspis befindet sich eine originalgetreue Miniatur des Brandenburger Tors. Bekrönt wird diese Sonderedition von der ebenfalls in Gold gefassten Friedensgöttin Eirene, ebenso ist der Berliner Bär als emaillierte Miniatur des Stadtwappens zu sehen.

Jedes Objekt erhielt damals eine individuelle Gravur, die auf die Geschichte der Teilung und der Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands Bezug nimmt. So wurden u.a. folgende Gravuren verwendet:

  • »Ihr Völker der Welt - schaut auf diese Stadt« Ernst Reuter 1948
  • »Mr. Gorbatschow – open this Gate« Ronald Reagan 1987
  • »Ich bin ein Berliner« John F. Kennedy 1963
  • »Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört« Willy Brandt 1989

Mit der Gravur des nun im Schmuckmuseum ausgestellten Objekts hat es eine besondere Bewandtnis: Stefan Leicht, der Bruder von Juwelier Georg Leicht, hatte in den 1980er Jahren in Berlin studiert. Am 9. November 1989 gehörte er zu den Demonstranten, die sich auf westdeutscher Seite am Brandenburger Tor versammelt hatten. »Als wir hörten, dass die Mauer geöffnet werden soll, gehörte ich zu den ersten Menschen, die auf die Mauer stiegen«, erzählt Stefan Leicht. »Und dann sprang ich als einer der ersten auf die ostdeutsche Seite und lief zum Brandenburger Tor. Die Grenzschützer standen mit ihren Maschinenpistolen daneben und waren ebenso fassungslos wie wir. Aber sie ließen uns gewähren. Es war ein unglaubliches Glücksgefühl – und ein unfassbares Glück, dass die Grenzer die Nerven behielten und nichts passiert ist.« Somit war Stefan Leicht einer der ersten, der in der Nacht des 9. Novembers 1989 unter dem Brandenburger Tor hindurchgingen.

Jahre später äußerte er gegenüber seinem Bruder den Wunsch, ein Objekt aus der limitierten Serie erwerben zu wollen. Georg Leicht sagte ihm dies zu und schmunzelte: »Ich habe eine besondere Gravur für Dich ausgewählt.« Als Stefan Leicht dann einige Monate später das für ihn gefertigte Objekt in Händen hielt, kannten seine Emotionen keine Grenzen. Denn Georg Leicht hatte seinem Bruder die Inschrift »Ich war dabei« - Stefan Leicht, 9. November 1989 in das Ei gravieren lassen. Das »Fabergé-Objekt mit dem Brandenburger Tor« ist ab sofort im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt und erinnert auf wunderschöne Weise an den Tag, der die Geschichte Deutschlands verändert hat.