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Im Rahmen des neuen Projekts „Factory Space“ veranstaltet die Hochschule Pforzheim Workshops zur Studien- und Berufsorientierung für Klasse zehn. Lehrer können ihre Klassen ab sofort anmelden. Programmstart ist im November. Foto: Hochschule

„Factory Space“: Hochschul-Projekt soll Ausbildungsabbrüche verhindern

Pforzheim. Wie arbeiten große Industriebetriebe? Wie entsteht im Verbund verschiedener Abteilungen ein innovatives technologisches Produkt? Welche Interessen und Fähigkeiten habe ich? Und wo kann ich diese später in Studium oder Beruf – oder beidem – am besten einsetzen?

Fiktive Unternehmen

„Factory Space“, das neue Projekt zur Studien- und Berufsorientierung der Hochschule Pforzheim, liefert hierauf die passenden Antworten. Ab November sind zehnte Klassen aufgerufen, im Rahmen eines Workshops zu Mitarbeitern eines fiktiven Unternehmens zu werden. Unter Anleitung entwickeln sie innerhalb eines Vormittags ein innovatives technologisches Produkt. „Wir sehen uns als Bildungspartner der Schulen und Technologietreiber der regionalen Wirtschaft. Mit unserem neuen Projekt reagieren wir auf den Bedarf der Studien- und Berufsorientierung in unserer Region“, so Professor Hanno Weber, Projektleiter und Prorektor für Studium und Lehre an der Hochschule.

„Factory Space“ – es findet an der Östlichen 24 statt – wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen des „Fonds Erfolgreich studieren in Baden-Württemberg“ unterstützt.

Die Neufassung der Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums über die „Berufliche Orientierung an weiterführenden allgemein bildenden und beruflichen Schulen“ aus 2017 verankert den Prozess der Beruflichen Orientierung an allen auf der Primarstufe aufbauenden allgemeinbildenden Schulen. Der „Factory Space“ simuliert die Arbeitsabläufe großer Industriebetriebe.

Ob die Zehntklässler sich hier in der Abteilung Design, Elektrotechnik, Softwareentwicklung, Konstruktion oder BWL & Marketing einbringen, entscheidet die einführende „Traumberufsanalyse“: Im Austausch mit den Studienberaterinnen der Hochschule werden basierend auf einzelnen Methoden des BEST-Trainings (Berufs- und Studienorientierung), entwickelt für die gymnasiale Oberstufe in Baden-Württemberg, zunächst die individuellen Interessen der Teilnehmer reflektiert. Mit diesem Beratungselement begegnet der „Factory Space“ den Anforderungen des neuen Fachs „Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung“ (WBS): In den Klassen acht bis zehn legt der neue Bildungsplan hier einen deutlichen Fokus auf den individuellen Berufswahlprozess – Schüler müssen sich kontinuierlich mit ihren Interessen, Fähigkeiten, Werten und Zielen auseinandersetzen – so soll das Fach WBS Enttäuschungen sowie Studien- oder Ausbildungsabbrüche vermeiden helfen. Auch im Hinblick auf die für manche Zehntklässler unmittelbar bevorstehende einwöchige „Berufs-und Studienorientierung am Gymnasium“ (BOGY) unterstützt die Teilnahme am „Factory Space“ bei der Recherche und Entscheidungsfindung für das jeweils passende Unternehmen, die passende Behörde, Einrichtung oder Hochschule.

Schüler der Klassenstufe zehn sowie ihre Begleitlehrer können den „Factory Space“ im Klassenverband besuchen. Workshops finden donnerstags und freitags statt.

Weitere Informationen unter www.hs-pforzheim.de/factory-space, Anmeldung: Sophia Zundel, factory-space@hs-pforzheim.de