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23.01.2010

Fahren im Rausch: Aufklärung der Polizei im Jugendknast

PFORZHEIM. „Mit Alkohol und Drogen muss Schluss sein, wenn man sein Leben gebacken bekommen will“, sagt Hassan. Der 18-Jährige weiß, wovon er redet. Er sitzt im Pforzheimer Jugendknast. Schon seit zwei Jahren, und er hat noch zehn lange Monate vor sich. Ein Raubüberfall hat ihn hinter Gitter gebracht. Nun hat er Besuch von der Verkehrspolizei bekommen – eine durchaus willkommene Abwechslung im eher tristen Alltag an der Rohrstraße.

Die Polizei informiert über die Gefahren von Alkohol und illegalen Drogen im Straßenverkehr. Da ist der Führerschein schnell weg – doch der hat für die jungen Männer eine große Bedeutung. Alle wollen sie mobil sein, wenn sie ihre Strafe abgesessen haben. Und fast jeder gibt zu, Erfahrung mit Alkohol und Drogen zu haben, entweder als Fahrer oder als Mitfahrer.

Die beiden Verkehrspolizisten Peter Weber und Michael Schönberg haben zu ihrer Aufklärungsaktion eine „Rauschbrille“ mitgebracht. Sie zeigt, wie verändert die Welt erscheint mit 0,3 Promille Alkohol im Blut – ein Wert, der beim Partyfeiern leicht überschritten wird. Auffällig viele schwere Unfälle gehen auf das Konto junger Fahrer. Betrunken, bekifft, nicht angeschnallt – so kann das Leben schnell zu Ende sein, im Rollstuhl enden oder eben hinter Gittern.

Die jungen Strafgefangenen sind aufmerksam und interessiert. Die meisten lernen die Polizei von einer ganz neuen Seite kennen. Sie sind plötzlich nicht mehr nur die „bösen Bullen“, die ihnen Böses wollen.

Der Nachmittag ist schnell vorüber. Hinter Hassan und seinen „Kollegen“ schließen sich die Zellentüren. Sie haben sehr viel Zeit, über das Gehörte nachzudenken.