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Falsch parken kann teuer werden – besonders, wenn es sich wie in dieser nachgestellten Szene um die Ein- und Ausfahrt einer Rettungswache handelt. DRK
Falsch parken kann teuer werden – besonders, wenn es sich wie in dieser nachgestellten Szene um die Ein- und Ausfahrt einer Rettungswache handelt. DRK
19.02.2014

Falschparker gefährden Menschenrettung

Pforzheim. Das Fehlverhalten von Autofahrern kann schlimme Folgen haben. Einsatzkräfte des DRK werden immer wieder im Wortsinn ausgebremst. Den 16. Februar 2013 wird Kevin Frey sicher nie vergessen.

Der DRK-Rettungsassistent aus Mühlacker fährt mit seinem Kollegen Stefan Oser nach Eutingen ins Altenheim, um eine Dame mit Herzleiden zu versorgen. Auch der Notarzt wird alarmiert – die Lage ist ernst.

Weil die Parksituation sehr schwierig ist, müssen die Einsatzkräfte ihren Rettungswagen auf der Straße abstellen. „Noch während die Patientin in ihrem Zimmer vorversorgt wurde, rief ein wütender Anwohner im Heim an und verlangte, dass wir die Straße sofort räumen, damit er sein Auto in der Garage parken kann“, erinnert sich Frey. Da der Mann trotz des Notfalls nicht warten will und auf sein Recht besteht, kommt die Polizei dazu. Inzwischen hatte die Frau des Anwohners ihr Auto direkt vor dem Rettungswagen abgestellt und war nach Hause gegangen. Aufgrund der Lebensgefahr, in der die ältere Dame schwebt, fahren die DRK-Mitarbeiter schließlich weiter ins Krankenhaus, ohne den Streit endgültig geklärt zu haben.

Das geschah letztlich vor dem Amtsgericht. Das Ehepaar musste sich vor einigen Wochen wegen Nötigung und unterlassener Hilfeleistung verantworten. So wurde der Parkplatzstreit zu einem teuren Vergnügen: Der Mann musste 8400 Euro Strafe bezahlen, die Frau 3600 Euro.

„Die Staatsanwaltschaft hat auch die Führerscheine beschlagnahmen lassen“, sagt Polizeipressesprecher Frank Otruba. „Wer sein Fahrzeug auf Rettungswegen oder speziell gekennzeichneten Zufahrten abstellt, der muss in der Regel mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 40 Euro rechnen“, ergänzt er.

Kevin Frey hat es schon oft mit Menschen zu tun gehabt, die mit ihrer Ungeduld kämpfen mussten, während er und seine Kollegen Notfallpatienten zu versorgen hatten. „Gerade bei Bus- oder Lastwagen-Fahrern kommt das ab und zu einmal vor, weil sie unter Termindruck stehen.“ So zornig wie in Eutingen sei ihm jedoch noch nie jemand begegnet.

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