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© Symbolbild: dpa
16.04.2018

Familienfreundliche Stadt: Internationaler Beirat fordert Taten statt Worte

Pforzheim. Um die Familienfreundlichkeit in Pforzheim ist es nicht allzu schlecht bestellt. Dennoch gibt es durchaus Luft nach oben. Diese Bilanz zog zumindest Carola Pigisch, die seit Ende vergangenen Jahres als Beauftragte für die von OB Peter Boch neu geschaffene Koordinierungsstelle für das Thema familienfreundliche Stadt zuständig ist, bei der vergangenen Sitzung des internationalen Beirats am Freitagabend.

Nach etwa vier Monaten im Amt hätten sich Eltern mit den verschiedensten Themen an sie gewandt. Neben den Mangel an Kita-Plätzen sei es vor allem die Suche nach einem Kinderarzt, die in der Stadt für Familien zunehmend zum Problem werde. Doch auch an Spielflächen in der Innenstadt fehle es. Zumindest hier zeitnah Abhilfe zu schaffen, sei eines der aktuellen Projekte der Koordinierungsstelle. „Wir sind auf der Suche nach Partnern“, so Pigisch. Derzeit umfasst ihr Stellendeputat 50 Prozent. „Ich habe aber Arbeit für zwei“, so Pigisch. Ein Budget steht der Beauftragten nicht zur Verfügung. Beides solle sich laut Pigisch mit dem kommenden Haushalt ändern.

Auf die Nachfrage von Beiratsmitglied Fazli Isbilen, wie viele Familien mit Migrationshintergrund sich bereits an die Koordinierungsstelle gewandt hätten, stellte sich heraus, dass es bislang keine einzige gab. Der internationale Beirat bot Pigisch seine Hilfe als Vermittlungsstelle an, auch um „die Hürden zur Kontaktaufnahme“ zu senken, so Mitglied Gaetano Marrone. Seine Gremiumskollegin Liane Bley regte den Aufbau eines Netzwerks an Ehrenamtlichen an, um Kontakte auszubauen und das Thema voranzubringen. Gemeinderat Joachim Bott (WiP/Die Linke) forderte, beim Thema Familienfreundlichkeit nicht wieder nur „Sprüche zu klopfen“. Das seit Jahren bestehende Bündnis für Familien habe nur „klägliche Ergebnisse“ geliefert. „Es muss in den Köpfen eine Änderung stattfinden, sonst fällt uns das auf die Füße“, so Bott.

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