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Zwischen Sportwagen des französischen Herstellers Alpine stehen die Vorstandsmitglieder Sebastian Bott, Jürgen Häußer, Inge Häußer und Jürgen Schweickert (von links). 

Fans von Renault und Alpine treffen sich im Enzauenpark Pforzheim

Pforzheim. Unzählige Autos stehen am Sonntag auf dem Vicenza-Platz am Rand des Enzauenparks, eines neben dem anderen. Einige haben ganz schön was unter der Haube, andere sind Liebhaberstücke, technisch anspruchsvoll oder einfach nur schön anzuschauen. Es handelt sich um Fahrzeuge der Marken Renault und Alpine. Ihre Besitzer kommen aus ganz Deutschland, aus der Schweiz und sogar aus Ungarn.

In Pforzheim treffen sie sich das erste Mal seit drei Jahren wieder – und zwar auf Initiative des Renault-Clubs Nordschwarzwald, der damit sein 25-jähriges Bestehen feiert. "Wenn ich sehe, wie viele Besucher gekommen sind und wo sie überall hergekommen sind, dann freue ich mich sehr", sagt Vorsitzender Jürgen Häußer und blickt auf die mehr als 80 Fahrzeuge, die auf dem Vicenza-Platz stehen, sortiert nach Marke, Modell und Baujahr.

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Pforzheim+

Nostalgie auf vier Rädern: Bald wieder Renault und Alpine Treffen in Pforzheim

Das älteste ist von 1961, das neueste erst vor kurzem vom Band gelaufen. Es handelt sich um einen elektrischen Renault Megane E-Tech, den das Autohaus Max aus Kraichtal zu Vorführzwecken zeigt. Häußer sagt, es seien einige Fahrzeuge mehr als in den Vorjahren. Etwas Besonderes seien dieses Mal die R5 – ein Modell, das zum ersten Mal 1972 hergestellt wurde und damit inzwischen 50. Geburtstag feiert.

Neun von ihnen sind auf dem Vicenza-Platz ausgestellt, auch einer aus der ersten Serie, der in Deutschland in der Basismotorisierung damals knapp 40 Pferdestärken hatte. Frühere Modelle hatten noch eine Revolverschaltung, bevor man zur Mittelschaltung wechselte. In den 1990er-Jahren wurde die Produktion eingestellt, auch wegen der Einführung der Katalysator-Pflicht.

Fahrzeuge ziehen die Menschen an

Auf dem Vicenza-Platz ziehen die historischen Fahrzeuge unzählige Menschen an, die sofort miteinander ins Gespräch kommen. "Die Szene kennt sich untereinander", sagt Häußer: "Man hat guten Kontakt." Überall werden Expertengespräche geführt, es wird fotografiert und sogar eine Drohne in die Luft geschickt. Die Besitzer geben gerne Auskunft über ihre Autos, auch Hans Werner Pätzold über seinen Renault Caravelle von 1966, der kein ABS, kein ESP, keine Servolenkung, aber einen Drehzahlmesser hat, obwohl der in den 1960er-Jahren zumindest in Deutschland noch nicht weit verbreitet war.

Elf Jahre lang hat er den Oldtimer selbst restauriert – "mit Pausen", wie er betont. Pätzold kann viel erzählen über sein Auto. Etwa, dass die Modellreihe in Deutschland zunächst unter dem Namen Floride auf den Markt kam, während sie in den Vereinigten Staaten schon Caravelle hieß. Nach einer Modernisierung 1962 hieß das Coupé auch hierzulande Caravelle und das Cabrio Floride S, bevor 1963 alle den Namen Caravelle trugen. 52 Pferdestärken hat Pätzolds Caravelle von 1966 unter der Haube, bei einem Gewicht von nur rund 800 Kilogramm. Um die 140 Kilometer pro Stunde könnte er maximal fahren.

"Aber da fängt alles an zu zittern", sagt Pätzold, der lieber um die 100 fährt, mit 4000 Umdrehungen. "Da läuft er richtig gut." Und verbraucht nur rund sieben Liter Sprit auf 100 Kilometer – weniger als mancher Neuwagen.