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Fasching, Narren, Hexen, Guggenmusik

„Ritter Belrem“ alias Jörg Müller muss noch erweckt werden. Aber die Macher des Umzugs sind schon – nicht nur dank „Barbaras Kanonenkolben“ – überaus rege: (von links): Wolfgang Häffelin (Feuerwehr), Dietlinde Hess und Petra Bösl (Bürgerverein), Daniel Ast (Belrem-Gilde), Fabian Sowa (SSV Huchenfeld), Patrick Denkmann (Fairplayers), „Suleima“ Maite Sancho (Belrem-Gilde) und Michael Hinderer (KGHo). Foto: Ketterl
„Ritter Belrem“ alias Jörg Müller muss noch erweckt werden. Aber die Macher des Umzugs sind schon – nicht nur dank „Barbaras Kanonenkolben“ – überaus rege: (von links): Wolfgang Häffelin (Feuerwehr), Dietlinde Hess und Petra Bösl (Bürgerverein), Daniel Ast (Belrem-Gilde), Fabian Sowa (SSV Huchenfeld), Patrick Denkmann (Fairplayers), „Suleima“ Maite Sancho (Belrem-Gilde) und Michael Hinderer (KGHo). Foto: Ketterl
11.11.2018

Fasching in Dillschde: Umzugsplaner voller Tatendrang

Pforzheim. Nur fürs PZ-Bild schläft „Ritter Belrem“ den Schlaf des Gerechten. Rechtschaffen rege sind Jörg Müller und die weiteren Organisatoren des Fasnetsumzugs in Dillweißenstein, und das seit Monaten. Eigentlich hat die Planung für die Narretei am Faschingsdienstag, 5. März 2019, unmittelbar nach der diesjährigen Sause begonnen. Nun aber geht’s in die richtig heiße Phase. 15.000 Besucher und „total überwältigende Rückmeldungen“ sind für Müllers Team eine große Motivation.

Wie berichtet, hatte der Verein Fasnetsumzug Pforzheim-Dillweißenstein nach dreijähriger Pause den von vielen totgesagten Umzug dank eines kollektiven Kraftakts wiederbelebt. „Keiner war auf Krawall gebürstet, mir ist nicht eine negative Stimme bekannt“, sagt Müller. Die Bürgervereinsvorsitzende Dietlinde Hess bekräftigt: „Die Gruppen waren so friedlich und lustig wie die Zuschauer.“ Der „Super-Truppe“ zollt sie „großes Lob: Ich freue mich riesig, dass Ihr den Mut gehabt habt, diesen Umzug wieder auf die Beine zu stellen, das ist eine ganz tolle Sache.“

Tolles Treiben soll auch in dieser Session entlang der Hirsauer Straße herrschen. Fast täglich gingen derzeit Rückmeldungen ein, berichtet Müller. Zusagen für gut 30 Zugnummern lägen vor, erneut mindestens 50 sollen es werden. Auch Privatgruppen – Freundeskreise, Schülercliquen oder Clubs – seien willkommen. „Wir müssen in unserer Gesellschaft wieder viel stärker das bürgerschaftliche Engagement etablieren“, sagt der Belrem-Gildemeister und verweist etwa auf das jüngst von Ehrenamtlichen organisierte Jubiläumsfest im Nagold-Freibad.

Narrendorf und VIP-Tribüne

Einsatz zeigen auch für diese närrische Großveranstaltung viele: Mit im Boot sind Aktive von Belrem-Gilde und Bürgerverein, aber auch von KGHo, Kräheneck-Hexen, PFG, Spielvereinigung Dillweißenstein und Fairplayers.

Sie alle können in ihrer Planung auf der neu geschaffenen Basis aufbauen. Wie zuletzt, wird sich der Lindwurm um 14.11 Uhr an der Bogenbrücke in Bewegung setzen.

Drei zentrale Ansageplätze mit Musik gibt es an der 1,3 Kilometer langen Strecke: bei der Feuerwehr und dem dortigen, von Ober-Kräheneckhexe Thomas Häffelin moderierten Zunftmeisterempfang, beim Kriegerdenkmal und beim Kiosk. Dieses Mal direkt auf der Kreuzung zum Ludwigsplatz gibt es die Tribüne mit rund 100 kostenpflichtigen Sitzplätzen, die den Namen „Sparkassen-Tribüne“ trägt – wie die PZ unterstützt das Geldinstitut diese Veranstaltung maßgeblich. Auf dem Ludwigsplatz selbst wird ein von den Fairplayers betreutes und durch DJ-Klänge beschalltes Narrendorf aufgebaut.

Nach Gesprächen mit dem Regionalbusverkehr Südwest wurde das Buskonzept modifiziert: Die Haltestelle für den kostenlosen Pendelverkehr befindet sich nicht mehr an der Ganghoferstraße, sondern wird in Richtung Stadt zur Seegerstraße verlagert. Der etwas längere Fußweg soll am Ende den Abfluss des närrischen Besucherschwalls erleichtern.

Einen neuen Orden wird es geben und wieder „Barbaras Kanonenkolben“, eine Pils-Sonderedition aus dem Hause Ketterer. Der Eintrittsbändel kostet 2,50 Euro und kann dank der Unterstützung dieses Unternehmens erneut bei Edeka-Wachtler als Gutschrift eingelöst werden.

Auf weitere finanzielle Unterstützung von städtischer und privater Seite hoffen die Macher, die etwa auch für Sicherheitsdienste und Werbung tief in die Vereinskasse greifen müssen. Eine mittlere fünfstellige Summe werde für solch einen Umzug bewegt, so Müller.

Auch mit dem 60. Dillschdemer Umzug im 67. Jahr wolle man ein Familienpublikum ansprechen, betont der Gildemeister, der einen Traum für das kommende Kommunalwahljahr hegt – dass „jede Gemeinderatsliste einen eigenen Wagen oder zumindest eine Fußgruppe stellt“.

„Ritter Belrem“ wird am Freitag, 16. November, um 19.11 Uhr im Schulhof erweckt – unter dem Kanonengetöse der „Grausamen Barbara“ und den Schlagergesängen von Jörg Augenstein.