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23.02.2010

Felsbrocken stürzen hinab: Würmtalstrecke gesperrt

PFORZHEIM. Glück im Unglück am Dienstagmorgen auf der Würmtalstrecke: Ein 1,5 Tonnen schwerer Felsbrocken hat sich gelöst und ist auf die Fahrbahn gestürzt. Es gab aber keine Verletzten, und kein Auto wurde getroffen.

Bildergalerie: Baumfällaktion nach Steinschlag im Würmtal

Wie die Polizei mitteilt, hatte eine Autofahrerin den auf der Wümtalstrecke liegenden Felsbrocken gemeldet. „Es hätte Tote geben können, wenn zum Zeitpunkt des Steinschlags an dieser Stelle ein Fahrer unterwegs gewesen wäre“, sagt Einsatzleiter Sven Rucht von den Technischen Diensten der Stadt Pforzheim. Mit banger Miene blickt er zu seinem Mitarbeiter Jörg Ackermann, der sich auf 14 Metern Höhe im Hubsteiger befindet. Der gelernte Forstwirt und Baggerfahrer soll ein Stahlseil um eine etwa 35 Jahre alte stattliche Linde binden, die dann mit einer Seilwinde samt Wurzelwerk aus ihrem Standort herausgerissen wird. Dabei sollen gleichzeitig weitere Steine, die locker sind, mitgerissen und abtransportiert werden.

Bildergalerie: Felsbrocken fallen ins Würmtal hinab

Leider ist die Linde zwei Meter weiter entfernt, als die maximale Reichweite des kleinen Hubsteigers hergibt. „Der größere Hubsteiger ist auf einer Baustelle eingesetzt und kann gegenwärtig über Handy nicht geordert werden“, sagt Rucht. Also entschließt sich Ackermann zu einem gefährlichen Hangeinsatz zu Fuß. Er steigt mit seinem Kollegen auf der maximalen Höhe des Hubsteigers aus und klettert die beiden fehlenden Meter zu Fuß zu der Linde. Mitgebracht auf diese Höhe haben die beiden eine ausziehbare Leiter, die auf drei Meter fixiert wird. Dann steigt Ackermann die Leiter hoch und befestigt das Stahlseil auf dieser oberen Leiterhöhe. „Jörg, ich möchte jetzt nicht mit dir tauschen“, ruft Mitarbeiter Roland Ritter von den Technischen Diensten seinem Kollegen zu. Ritter steht unten auf der Straße und hat festen Boden unter den Füßen. „Wegen der Hebelwirkung wird das Seil auf dieser Baumhöhe befestigt. So ist es wahrscheinlich, dass das Wurzelwerk noch weitere Steine mit sich reißt“, erklärt der Einsatzleiter den Grund für den nicht alltäglichen Einsatz.

Auch ein 14-Tonnen-Bagger, ein Traktor und ein Lastwagen sind im Einsatz sowie die Mitarbeiter Markus Michel, Timo Reiling und Oliver Knospe. Alle halten den Atem an, als die Seilwinde das Stahlseil spannt und mit lautem Getöse der Baum umfällt. Wie erwartet, hat er einige kleinere Steine mit sich gerissen. Der Hang muss aber noch von einer Spezialfirma verkehrssicher abgeräumt werden.