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Musik und Theater zum Anfassen – das Musik und Theater Festival begeisterte die Massen in der Pforzheimer Innenstadt. © Frommer
31.07.2010

Festival lockt 20.000 Besucher in die Fußgängerzone

PFORZHEIM. Trampolin, Straßentheater, Tanz, Walking Acts und Beatbox-Performance: Pforzheims Innenstadt verwandelte sich am vergangenen Samstag in eine kunterbunte Bühne voller Leben. An elf Spielstätten verfolgten 20 000 vergnügte Besucher die witzigen oder spannenden Darbietungen von zehn ganz unterschiedlichen Ensembles aus aller Welt.

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Die spektakulärsten Auftritte kamen aus England und Spanien. Das „Motionhouse Dance Theatre“ aus Warwickshire zeigte vor den Schmuckwelten eine wahre Glanznummer: Zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer inszenierten in ausdrucksstarken Bildern eine anarchische U-Bahnfahrt – ein mitreißendes 30-minütiges Uptempo-Happening aus Akrobatik, Graffiti, Musik und Tanz, das vom begeisterten Publikum mit viel Beifall belohnt wurde.

Nicht minder euphorisch gefeiert wurden die Trampolin-Vorführungen „Collage“ des Trios „Bot Project“ aus Spanien. Durch die ins Spiel einbezogene senkrechte Wand erhielt dieser Auftritt seine ganz eigene Note – manchmal agierten die Trampolin- und Turmspringer – aus der Perspektive der Zuschauer – knapp vor der optischen Sinnestäuschung.

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Chance für die Akteure

„Für uns war das Pforzheimer Festival eine tolle Erfahrung“, verrät Christiane Ahlhelm vom Theater „Kunstdünger“. „Wir spielen normalerweise in Sälen und vor allem für Kinder. Im Blumenhof hingegen konnten wir die Aufmerksamkeit von vielen Erwachsenen und älteren Passanten wecken.“ Und so bildete zwar ein Kranz aus Dreikäsehochs die erste Reihe, doch gleich dahinter verfolgte „gestandenes Publikum“ das fantasievolle Spiel um eine chinesische Akrobatin, einen halb abgebrannten Zirkus und einen sichtlich gestressten Feuerwehrmann.

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Ähnlich angetan von der Publikumsresonanz zeigten sich auch die jüngsten Festival-Artisten. Die Streetdance-Formation „Jump Force Pforzheim“ war bei einem Gastspiel auf der Insel Mainau buchstäblich in allerletzter Minute von Kulturhaus Osterfeld-Geschäftsführer Gerhard Baral verpflichtet worden. Die 17-jährigen Schüler und Schülerinnen aus dem Enzkreis, deren „Proberaum“ schon seit einiger Zeit der Pforzheimer Marktplatz ist, zeigten sich überglücklich, zusammen mit internationalen Spitzen-Acts beim Musik und Theater Festival auftreten zu dürfen. Felix Weinand und Johannes Becker: „Vor einigen Monaten hätten wir es uns noch nicht träumen lassen, hier dabei sein zu können“.

Überwältigende Resonanz

Gerhard Baral betonte, man sei zwar immer wieder im Gespräch gewesen, aber auf der Mainau habe ihn die bis zu 30 Tänzer/innen zählende Formation mit einem durchchoreografierten Auftritt letztendlich überzeugt. Vom Besucherzuspruch des Festivals zeigte sich Baral überwältigt: „Einzelhändler aus der Fußgängerzone sind zu uns gekommen und haben berichtet, dass ihre Geschäfte mehr Zulauf haben, als zuletzt beim verkaufsoffene Sonntag. Wir haben 20 000 Besucher gezählt. Vermutlich waren es aber eher mehr.“

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Klassische „Walking Acts“ wie die italienische „Mabó Band“, das „British Event Theatre“ oder die aus Mannheim angereiste „Blassportgruppe Südwest“ sorgten für allerbeste Festival-Stimmung. Die Stelzen laufenden „Bobbies“ und renitenten „Grannies“ des österreichischen Theaters „Irrwisch“ stellten die Pforzheimer Innenstadt bestens gelaunt einmal mehr auf den Kopf. Völlig ohne Worte kam die zauberhafte Tanzperformance des Schweizer Ensembles „Da Motus“ aus.

Die acht Akteure „fluteten“ rings um den Eissalon „Casal“ einzeln durch die Zuschauermenge, fanden sich immer wieder und bildeten mit ihren auffälligen Kostümen menschliche Pyramiden oder farbige Ansammlungen, die wie Augenblicks-Skulpturen wirkten.

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Hör- und sehenswert auch der gemeinsame Auftritt der Beatbox-Legende „Pete the Beat“ mit dem Pforzheimer Nachwuchs-Könner Marlon Mürle. Was die beiden Geräuschemacher an Rhythmen und musikalischen Anspielungen lieferten, vermag manche fünfköpfige Band nicht zu toppen.

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