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Am Mittwoch gab es einen Polizei-Großeinsatz am Schloßberg, am Donnerstag rückten die Einsatzkräfte am frühen Nachmittag nach Keltern aus. Dort ist der Wohnsitz des Tatverdächtigen. © Seibel
Abgesperrt wurde am Mittwoch das Gebiet um die Kita am Schloßberg in Pforzheim. 
18.05.2017

Festnahme: Polizist entdeckt möglichen Messerstecher und verfolgt ihn

Pforzheim/Keltern. Der nach einem versuchten Tötungsdelikt am Mittwoch in Pforzheim geflüchtete 53 Jahre alte Mann konnte am Donnerstagnachmittag in einem Waldstück zwischen Keltern-Dietenhausen und Auerbach festgenommen werden. Ein in der Freizeit auf der K4537 fahrender Polizist hatte den Gesuchten gegen 13.40 Uhr in einem Auto fahrend erkannt, war dem Wagen gefolgt und hatte zugleich seine Kollegen informiert.

Mehrere Versuche des Verdächtigen, sich durch waghalsige Fahrmanöver der Festnahme durch die ihm mittlerweile folgenden Streifenwagen zu entziehen, misslangen, so dass er schließlich im Bereich des Waldsportplatzes festgenommen werden konnte. In die Maßnahmen war unter anderem auch ein Polizeihubschrauber eingebunden.

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Der mutmaßliche Täter, gegen den ein Haftbefehl vorliegt, wird am Freitag dem Haftrichter beim Amtsgericht Pforzheim vorgeführt werden. Die von dem Mann verletzte Frau schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

Da der Mann vor der Festnahme mehrfach riskant überholte und möglicherweise auch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben könnte, werden Zeugen oder eventuelle Geschädigte unter Telefon (0721) 939-5555 um ihre Meldung beim Kriminaldauerdienst in Karlsruhe gebeten.

In Keltern soll der 53-Jährige wohnen, der am Mittwoch seine Ehefrau in einer Kindertagesstätte am Schlossberg in Pforzheim niedergestochen haben soll. Nach der Mittagspause meldeten PZ-news-Leser einen über Ellmendingen und Dietenhausen kreisenden Polizeihubschrauber. Andere Leser hatten mehrere Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Keltern fahren sehen.

Wie die Polizei bereits am Morgen auf PZ-news-Nachfrage mitgeteilt hat, schwebt die mehrfach von Stichen verletzte 50-jährige Frau immer noch „in kritischem Zustand“. Während sie um ihr Leben kämpft, hat die Polizei den mutmaßlichen Angreifer, der in der zentralasiatischen Republik Tadschikistan (vormals Teil der UdSSR) geboren wurde, schnappen können.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte der Tatverdächtigte seine Frau gegen 14.30 Uhr an ihrer Arbeitsstelle in der Kindertagesstätte mit einem Messer angegriffen und mehrmals mit Messerstichen verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und fahndete mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers und eines Polizeihundes nach dem Flüchtigen. Er soll blutverschmierte Kleidung gehabt haben.

Die Kinder, die von ihren Eltern abgeholt und über einen Seitenausgang nach draußen geleitet wurden, machten einen gefassten Eindruck. Dies sprach dafür, dass sie den Tathergang nicht unmittelbar miterleben mussten. Nach PZ-Informationen ereignete sich die Tat im Erdgeschoss der Kita, die Betreuungsräume befinden sich im ersten Stock. Ein Notfallseelsorger und ein Angehöriger vom Kriseninterventionsteam waren vor Ort. Auch die Pforzheimer Dekanin Christiane Quincke eilte mit ihrem Mann Andreas zum Einsatzort. Zusammen mit Stadtkirchenpfarrer Hans Gölz Eisinger und Sozialbügermeisterin Monika Müller kümmerten sie sich um die betroffenen Menschen vor Ort.

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