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So kennt man ihn: Artur Dingeldein auf dem Weihnachtsmarkt vor der „Grillstube“, die nun unter neuer Regie, aber weiter in seinem Sinne geführt wird. Erb
So kennt man ihn: Artur Dingeldein auf dem Weihnachtsmarkt vor der „Grillstube“, die nun unter neuer Regie, aber weiter in seinem Sinne geführt wird. Erb
15.12.2016

Festwirt kämpft nun für die Schausteller-Kollegen

Haben Sie bemerkt, dass wie das „Schwarzwald-Haus“ auf der Mess auch die „Grillstube“ auf dem Goldenen Weihnachtsmarkt in neuen Händen ist? Das Nein vieler Besucher ist für den bisherigen Chef Artur Dingeldein das größte Kompliment. „Niemand soll merken, dass wir selbst nicht mehr da sind“, sagt der 59-Jährige aus Rimbach im Odenwald. Der stille Wandel ist mit viel Arbeit verbunden. Weg ist Dingeldein nun wirklich nicht.

Die Arbeit geht nicht aus

Sein Engagement als Sprachrohr der Kollegen hat er gar noch erweitert. Der Kopf des neu formierten Verbands der Schausteller und Marktkaufleute Pforzheim ringt darum, was die Satzung vorgibt: das Kulturgut Volksfest zu erhalten. Konkreter: „Wir setzen uns für den Erhalt des Messplatzes und unserer Arbeitsplätze ein.“ Immer wieder aufkeimende Diskussionen zu einer anderen Nutzung des Platzes haben die Schausteller aufgeschreckt.

Es waren das Herumreisen und der kräftezehrende Auf- und Umbau, die „brutal langen“ Arbeitsstunden, der Stress bei ausbleibenden Warenlieferungen oder plötzlich streikenden technischen Geräten, die den Ausschlag zum Rückzug gaben: „Das steckt man nicht mehr so weg wie früher.“

Der Mann, dessen Familie Generationen von Ausflüglern bewirtet hat und der selbst eines der bekanntesten Gesichter Pforzheims ist, freut sich über beide Nachfolgelösungen. Nico und Veronika Lustnauer – junge, aber bereits erfahrene Schausteller – haben den reisenden Gastronomiebetrieb übernommen, Mess-Urgestein Peter Lössel führt die vorweihnachtliche „Grillstube“. Beide Nachfolger, betont Dingeldein, wollen „das Rad nicht neu erfinden“. Die Lieferanten sind dieselben, die Qualität der Waren bleibt, Dingeldein begleitet den Übergang und hilft, wo er kann. Entspannter erlebt er den Weihnachtsmarkt, ist nun auch öfter mit Ehefrau Rosi in der hessischen Heimat. Doch auf Reisen geht er weiterhin, jetzt als Funktionär.

Jüngst war er mit Mess-Kollege Dieter Seyfert in Berlin, um beim Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute die Gründung des hiesigen Zusammenschlusses zu beantragen. Dafür gab es den Segen, der Verein ist eingetragen und aktiv.