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Unfälle auf der A8 wie dieser im Januar sind für die Pforzheimer Feuerwehr nicht nur zahlenmäßig eine immer arbeitsintensivere Herausforderung und harte Arbeit, sondern auch menschlich und emotional fordernd – dass der Fahrer des beteiligten Lastwagens starb, lässt niemanden unberührt. Foto: PZ-Archiv/Tilo Keller
Unfälle auf der A8 wie dieser im Januar sind für die Pforzheimer Feuerwehr nicht nur zahlenmäßig eine immer arbeitsintensivere Herausforderung und harte Arbeit, sondern auch menschlich und emotional fordernd – dass der Fahrer des beteiligten Lastwagens starb, lässt niemanden unberührt. Foto: PZ-Archiv/Tilo Keller
Treue Kameraden: Kommandant Sebastian Fischer (rechts) und sein Stellvertreter Gerd Hartmann (links) zeichnen (von links) Manfred Morlock (60 Jahre Zugehörigkeit) sowie Emil Jung und Erich Bauer (jeweils 70 Jahre) aus. Foto: Tilo Keller
Treue Kameraden: Kommandant Sebastian Fischer (rechts) und sein Stellvertreter Gerd Hartmann (links) zeichnen (von links) Manfred Morlock (60 Jahre Zugehörigkeit) sowie Emil Jung und Erich Bauer (jeweils 70 Jahre) aus. Foto: Tilo Keller
Bei der Feuerwehr ist Musik drin: Kommandant Sebastian Fischer (von links) und der stellvertretende Hauptmusikzugführer Thomas Seethaler würdigen das Musizieren von Manfred Morlock (seit 60 Jahren), Lothar Gretz (für 50 Jahre) und Markus Lunz (für zehn Jahre) genauso wie Alexander Öhrle vom Musikzugausschuss und der stellvertretende Kommandant Gerd Hartmann. Foto: Tilo Keller
Bei der Feuerwehr ist Musik drin: Kommandant Sebastian Fischer (von links) und der stellvertretende Hauptmusikzugführer Thomas Seethaler würdigen das Musizieren von Manfred Morlock (seit 60 Jahren), Lothar Gretz (für 50 Jahre) und Markus Lunz (für zehn Jahre) genauso wie Alexander Öhrle vom Musikzugausschuss und der stellvertretende Kommandant Gerd Hartmann. Foto: Tilo Keller
17.03.2019

Feuerwehr Pforzheim zieht Bilanz: Viele neue Herausforderungen für Einsatzkräfte

Pforzheim-Huchenfeld. Mit eindrucksvollem Volumen hat der Musikzug der Feuerwehr Pforzheim unter der Leitung von Martin Fuchs die Hauptversammlung musikalisch eröffnet. Zahlreiche Feuerwehrangehörige, Vertreter von anderen Blaulichtorganisationen und einige Gemeinderäte füllten am Samstagabend fast alle Plätze in der Hochfeldhalle in Huchenfeld.

„In unserer stetig wachsenden Stadt nehmen auch für die Feuerwehrangehörigen die Aufgaben und der Anspruch zur Gewährleistung von Sicherheit und Schutz für die Bevölkerung stetig zu“, sagte Kommandant Sebastian Fischer in seinem Bericht. Vorstellbar wurde dies anhand der Bevölkerungszunahme der Stadt, die in den vergangenen zehn Jahren von 116.000 Einwohnern auf 127.000 Einwohner angewachsen ist – um rund 11.000, was einer Gemeindegröße wie Remchingen oder Straubenhardt entspricht. „Was uns zunehmend beschäftigt, ist die steigende Zahl der parallel stattfindenden Einsätze“, erklärte Fischer. Die Schlagkraft und interdisziplinäre Kompetenz der Feuerwehr verdeutlichte er unter anderem am Beispiel des Bombenfundes im Februar, als 3500 Personen evakuiert werden mussten, und die Feuerwehr zusammen mit Polizei, DRK, Kampfmittelbeseitigung und Stadtverwaltung agierte. Als Herausforderung bezeichnete er die gestiegene Verkehrsbelastung, zahlreiche neue Gewerbebauten, Gefahrgutbetriebe, ein Eisenbahnbetriebswerk, die im Bau befindlichen oder geplanten Hochhäuser, den Autobahnbau im Enztal und den Bau des Arlingertunnels. „Mit dem Arlingertunnel erhält Pforzheim den ersten langen Straßentunnel im Stadtgebiet“, sagte Fischer. „Ein rund 1,5 Kilometer langer Gegenverkehrstunnel für rund 16.000 Fahrzeuge pro Tag ist schon ein erhebliches Potenzial, auf das es aus Sicht der Feuerwehr zu reagieren gilt.“

Stadt lobt Zusammenarbeit

Der Erste Bürgermeister Dirk Büscher hob die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hervor. „Ihre Aktivitäten gehen weit über „Bergen, Löschen, Retten“ hinaus“, lobte er. In seiner Rede betonte er die Arbeit in der Jugendfeuerwehr. Nach einer Neufassung der Feuerwehrsatzung können jetzt bereits Kinder ab neun Jahren aufgenommen werden. „Damit ist es möglich, Kinder in den vierten Klassen für die Feuerwehr zu gewinnen“, erklärte Büscher. Er freute sich außerdem über die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Feuerwehr mit anderen Rettungsdienst- und Hilfsorganisationen, die an diesem Abend mit einigen Vertretern an der Versammlung teilnahmen. „Mit ihrer Anwesenheit setzen sie ein Zeichen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und Kooperation“, sagte der Bürgermeister.

Erfahrene Tunnel-Experten

Bezirksbrandmeister Jürgen Link vertrat das Regierungspräsidium Karlsruhe. Er hob die besondere Bedeutung der Pforzheimer Feuerwehr hervor, die eine von vier Berufsfeuerwehren in Baden-Württemberg ist. Im Zusammenhang mit dem Arlingertunnel stellte er fest, dass die Feuerwehr Pforzheim über spezielles Wissen verfüge. Er erinnerte daran, dass sie einst eine Grubenwehr war und in jüngster Zeit den Bau des neuen Bahntunnels mitbetreut habe. „Ich kenne keine Feuerwehr mit solch einem Erfahrungsschatz“, sagte Link. Als nächste große Herausforderung sah er die anstehende Autobahnbaustelle der Enztalquerung mit dem Anspruch, dass in allen Phasen des Baus die Rettung funktioniere.

Bernd Wolf, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, erinnerte an das vergangene Jubiläumsjahr, in das jede Organisation innerhalb der Feuerwehr ihre Stärken eingebracht habe. Allerdings richte sich längst wieder der Blick auf die Zukunft und Weiterentwicklung der Feuerwehr. „Familiäre, gesellschaftliche sowie berufliche Veränderungen bringen auch gleichermaßen Veränderungen im ehrenamtlichen Bereich der Feuerwehren, was zwangsläufig dazu führt, dass ständig und frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Sicherung unseres gesetzlichen Auftrages der kommunalen Pflichtaufgabe gefunden werden müssen“, machte Wolf aufmerksam.

Erfreuliche Zahlen kamen aus dem Jugendbereich, der einen Personalhöchststand von 143 Mitgliedern, darunter 51 Mädchen, hat. 43 Jugendwarte und Betreuer sind in den acht Abteilungen für den Feuerwehrnachwuchs zuständig. Stadtjugendfeuerwehrwart Marc Werner gab nach 25 Jahren in der Jugendarbeit, sein Amt an Markus Klittich weiter. Dafür übergab er symbolisch eine kleine Glocke an seinen Nachfolger und läutete damit eine neue Ära ein.

Württemberg
17.03.2019
Feuerwehr Pforzheim zieht Bilanz: Viele neue Herausforderungen für Einsatzkräfte

Die Autorin sollte nachschauen wie viele Berufsfeuerwehren es in Baden-Württemberg gibt. Meines Wissens nach sind es acht. Karlsruhe, Pforzheim, Mannheim, Heidelberg, Heilbronn, Stuttgart, Reutlingen und Freiburg. Davon sind 4 im Regierungsbezirk Karlsruhe. Ansonsten können wir froh sein eine gute Feuerwehr zu haben, auch wenn der Gemeinderat an der Ausstattung vor allem der Wachen arbeiten muss. mehr...