_MG_5521
Ausgelaufener, ätzender WC-Reiniger sorgte für einen Feuerwehr-Einsatz im Gewerbegebiet Buchbusch. 

Feuerwehr erlebt Überraschung bei Gefahrstoffaustritt in Frachtzentrum

Pforzheim. Plötzlich zeigte am Dienstagmorgen ein Mitarbeiter im DHL-Frachtzentrum im Gewerbegebiet Buchbusch beim Autobahnanschluss Pforzheim-Nord eine allergische Reaktion. Weil auf einem beschädigten Paket ein Gefahrgut-Aufkleber zu sehen war, alarmierte der herbeigeeilte Rettungsdienst um 9.40 Uhr vorsichtshalber die Feuerwehr. Und die düste mit Blaulicht und 18 Mann in fünf Fahrzeugen des Gefahrgutzugs in den Pforzheimer Norden, um eine etwas geruchsintensive Überraschung zu erleben.

Bei einem Gefahrstoffaustritt ist schließlich Eile geboten, denn in der Regel kann ein Laie vorab nicht mit Sicherheit sagen, um welche gefährlichen Stoffe es sich handelt, welche noch gefährlicheren Verbindungen sie an der Luft eingehen können, welche unkontrollierbaren chemischen Reaktionen möglich sind. Und es gab ja auch schon einen DHL-Mitarbeiter, der eine allergische Wirkung auf den Paketinhalt gezeigt hatte.

Zur ersten Erkundung waren Spezialisten der Berufsfeuerwehr Pforzheim mit Einmalschutzanzügen ins Frachtzentrum gegangen. Die großen Chemieschutzanzüge wurden danach nicht mehr benötigt, auch nicht die große Dekontaminierungsdusche, mit der sonst die Feuerwehrleute in den grellen Anzügen im Astronautenlook von Verunreinigungen und Resten von Säuren oder anderem mehr abgeduscht werden. Ein Griff, ein Blick und schon war klar: In dem beschädigten Paket wurde WC-Reiniger verschickt. Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Jürgen Stutz erklärte, handelte es sich um Urinstein-Entferner, wie er auch in der Hauptfeuerwache zum Einsatz käme.

Etwa zwei Liter ätzender WC-Reiniger waren ausgelaufen. Genug für eine allergische Reaktion eines unmittelbar betroffenen Mitarbeiters im Frachtzentrum, aber für die Feuerwehr Pforzheim kein großes Problem bei der Gefahrgutentsorgung. Vom DRK waren ein Rettungswagen und ein Notarztteam vor Ort.