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Wasserschäden, Fehlalarme, brennende Autos und ein Einsatz in einer Galvanik (Symbolbild), in der alkalisches und caynidhaltiges Spülwaser ausgetreten ist - die Feuerwehr Pforzheim hatte eine turbulente Nachtschicht.
Wasserschäden, Fehlalarme, brennende Autos und ein Einsatz in einer Galvanik (Symbolbild), in der alkalisches und caynidhaltiges Spülwaser ausgetreten ist - die Feuerwehr Pforzheim hatte eine turbulente Nachtschicht. © Symbolbild PZ-Archiv
23.02.2012

Feuerwehr im Dauerstress zwischen giftigem Spülwasser und böswilligem Brandalarm

Pforzheim. Es gibt so Tage, da kommt einfach alles zusammen, da folgt ein Unglück dem anderen. Solch einen stressigen Tag mit acht, teilweise sehr zeit- und personalintensiven Einsätzen hat die Feuerwehr Pforzheim zwischen Mittwoch, 16.41 Uhr , und Donnerstag, 7 Uhr erlebt. Zu einem großen Teil ging es um Wasserschäden, wobei in Fall das ausgetretene Spülwasser alkalisch und leicht cyanidhaltig war.

Um 16.41 Uhr standen in der Südstadt Kellerräume auf einer Fläche von mehr als 200 Quadratmeter bis zu 30 Zentimeter hoch unter Wasser. In einem zweistündigen Einsatz von Kräften der Berufsfeuerwehr sowie der Abteilung Dillweißenstein wurde das Wasser aufgenommen. Die Abteilung Eutingen wurde um 17.37 Uhr ebenfalls zu einem Wassereinsatz im Stadtteil Eutingen alarmiert. In einem Lagerbereich waren 60 Quadratmeter überflutet.

Um 19.49 Uhr wurde im Stadtteil Büchenbronn ein Schwelbrand in einer Sauna gemeldet, worauf der Löschzug der Berufsfeuerwehr und die Abteilung Büchenbronn ausrückten. Nachdem die Bewohner zwischenzeitlich das Feuer selbst löschen konnten, musste die Feuerwehr nur noch kontrollieren.

Viel Wirbel um fast nichts gab es dann auch beim nächsten Einsatz: Berufsfeuerwehr und die Abteilung Eutingen wurden um 20.36 Uhr über die automatische Brandmeldeanlage ins Klinikum Pforzheim gerufen. In solchen Fällen rückt die Feuerwehr immer sofort und vorsorglich mit großer Besetzung aus, denn bei einem Brand im Klinikum könnten schnell Menschenleben in Gefahr geraten. Die Erkundung vor Ort ergab dann aber, dass in der Kinderklinik ein Druckknopfmelder in böswilliger Absicht ausgelöst wurde. Zu löschen gab es also nichts.

Ganz dicke kam es dann im Zeitraum von 22.50 bis 3 Uhr. Hier forderte ein Gefahrstoffaustritt in einem galvanischen Betrieb auf der Wilferdinger Höhe den Einsatz von 25 Kräften der Berufsfeuerwehr sowie der Abteilungen Brötzingen-Weststadt und Dillweißenstein. Aus bislang ungeklärter Ursache traten in einer Abwasserbehandlungsanlage rund 12.000 Liter alkalische und leicht cyanidhaltige Spülwässer aus.

Das mit Giftstoffen verunreinigte Wasser verteilte sich in der gesamten Abwasserbehandlung sowie in der darunter liegenden Tiefgarage und lief von dort in einen Pumpensumpf. Das ausgelaufene Produkt wurde in firmeneigene sowie in Behälter der Feuerwehr umgepumpt. Die fachgerechte Entsorgung erfolgt nun über eine Fachfirma.

Neben der Feuerwehr waren in der Anfangsphase auch Polizei und Rettungsdienst vor Ort. Verletzt wurde niemand. Durch die Feuerwehr wurde das Amt für Umweltschutz über den Vorgang verständigt. Die Zusammenarbeit mit den Vertretern der Firma verlief reibungslos. Zur Sicherstellung des Grundschutzes wurde die Hauptfeuerwache während der Säuberungsaktion mit dienstfreien Kräften der Berufsfeuerwehr besetzt.

Um 1.41 Uhr wurde dann noch im Stadtteil Eutingen eine hilflose Person in einer verschlossenen Wohnung gemeldet. Bei Eintreffen der Feuerwehr war die Türe jedoch bereits geöffnet.

Ein Autobrand auf der Autobahn bei Nöttingen in Fahrtrichtung Stuttgart wurde um 5.28 Uhr gemeldet, was zur Alarmierung von Kräften der Berufsfeuerwehr, der Abteilung Brötzingen-Weststadt sowie der Feuerwehr Remchingen führte. Der Einsatz stellt sich jedoch als Fehlalarm heraus.

Aufgrund spiegelglatter Fahrbahn ereignete sich auf der Waldstrecke zwischen Kupferhammer und dem Stadtteil Dillweißenstein gegen 7 Uhr ein Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen. Hierbei geriet ein Fahrzeug in Brand, das bis zum Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand stand. Bei dem Unfall gab es glücklicherweise keine Verletzten. Im Einsatz waren Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Abteilung Dillweißenstein. fw

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