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Zahlreiche Mitwirkende (stehend) sind zum Auftakt der Filmreihe „Schmuck Industrie Kultur“ ins Koki gekommen. Foto: Seibel
Zahlreiche Mitwirkende (stehend) sind zum Auftakt der Filmreihe „Schmuck Industrie Kultur“ ins Koki gekommen. Foto: Seibel
01.02.2017

Filmreihe „Schmuck Industrie Kultur“ gibt Einblick in Pforzheimer Firmen

Pforzheim. Zunächst habe ihr Vater in der Firma ja nichts mit ihr anfangen können, erzählt Ruth Reißert-Hafner von den anfänglichen Schwierigkeiten als Frau in einer Führungsposition. „Doch ich habe mich einfach dort festgesetzt“, fährt sie vor der Kamera fort – mit Erfolg. 40 Jahre lang führte sie die Geschicke der Scheideanstalt C. Hafner. Der Filmbeitrag dokumentiert nur eine von vielen Erfolgsgeschichten in 250 Jahren Schmuckgeschichte. Zahlreiche Unternehmerporträts umfasste der Auftakt der Filmreihe „Schmuck Industrie Kultur“ am Montagabend im Kommunalen Kino (Koki).

Verkauf im Schützengraben

„Es ist ein Projekt, das in die Zukunft blickt“, sagte Koki-Geschäftsführerin Christine Müh. „Doch heute beginnen wir erst einmal in der Vergangenheit.“ So erfahren die Besucher im ausgebuchten Kinosaal, dass Schmuck selbst in den Schützengräben im Ersten Weltkrieg verkauft wurde. Welche Wege eine Brosche zwischen Presse, Galvanik und Polisseuse zurücklegte. Und dass sogar Nelson Mandela ein Fabergé-Ei gewidmet wurde.

Doch auch der Niedergang schwingt mit. So existiert die vorgestellte Firma Zerrenner heute nicht mehr. Und Herbert Mohr-Mayer, einst Chef der für Fabergé arbeitenden Firma Victor Mayer, ist längst im Ruhestand. Und sitzt wie viele der Protagonisten der aneinandergereihten Filmsequenzen, die über 15 Jahre hinweg entstanden sind, im Publikum. „Es ist eine tolle Dokumentation des Know-hows aus 250 Jahren Pforzheimer Schmuckgeschichte“, würdigt er die Arbeit eines Berliner Filmteams um Sammlungsleiterin Gabriele Wohlauf vom Deutschen Technikmuseum. Die Beiträge zeigten, wie schnell sich die Welt verändere, ergänzt Ruth Reißert-Hafner. Wenn das Wissen in neues Design münde, „dann kann aus Pforzheim wieder was werden.“ – „Ein würdiges Schlusswort“, findet Koki-Chefin Müh.

Heute wird der Film ab 17.30 Uhr wiederholt. Weitere Veranstaltungen der Filmreihe: 27. Februar, 27. März, 24. April, 29. Mai und 26. Juni. Eine telefonische Reservierung unter (0 72 31) 5 66 19 77 wird erbeten. Das Koki freut sich über Spenden statt Eintritt.

Weitere Infos auf: www.koki-pf.de