Q-Prints Spende an MiN
Der Lasercutter bei Q-Prints & Service sorgt für nachhaltig nutzbare Objekte. Barnabé Kaucic, Geschäftsführerin Ute Hötzer, Teilnehmer Andreas H. und Therapeutin Kerstin Eberhardt zeigen Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“ (von links), bereits entstandene Gegenstände. 

Fit für die digitale Arbeitswelt: „Menschen in Not“ hilft mit 20.000 Euro

Pforzheim. Inzwischen ist das Gerät im Wert von 35.000 Euro regelmäßig im Modellprojekt Andante beim Beschäftigungs- und Bildungsträger Q-Prints & Service im Einsatz. „Menschen in Not“, die Hilfsaktion der „Pforzheimer Zeitung“, unterstützt den Kauf des Lasercutters mit 20.000 Euro. Das Projekt selbst wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

„Andante ist für arbeitslose Menschen mit Suchtproblemen. Ziel ist es, die gesundheitliche, berufliche und soziale Lebenssituation der Teilnehmer zu verbessern“, erklärt Ute Hötzer, Geschäftsführerin von Q-Prints & Service.

Barnabé Kaucic schult die Teilnehmer. Andreas H. (Name geändert) ist im Umgang mit dem System bereits sicher. Der 42-Jährige ist IT-affin und deshalb im Projekt genau richtig. „Ich war zu lange aus dem Job raus.“ Inzwischen ist aber alles gut: Er habe seine Alkoholabhängigkeit erkannt, ist glücklich sauber und freut sich nun, bald auf dem Arbeitsmarkt seinen Weg zu machen.

Ehe der Lasercutter zum Einsatz kommt, wird ein geplanter Gegenstand, wie beispielsweise ein Schatulle, am Computer erarbeitet. Dann kommt die neue Technik ins Spiel. Der Lasercutter. Er besteht aus drei Komponenten: Der Kompressor kühlt das Herzstück, die Filteranlage schützt davor, dass der Innenraum verraucht und der Laser selbst, der mit dem Laserkopf das Material wie Holz, Acryl oder Karton schneidet.

Fuß fassen auf dem Arbeitsmarkt 

Die Muster würden vom Lasercutter verarbeitet und ausgeschnitten. „Dann bauen wir die Werkstücke zusammen und fertig ist der Gegenstand“, erklärt Kaucic. Hier würde nicht nur technisches Know-how gelernt, sondern es motiviert die Teilnehmer unheimlich, weil man danach etwas in den Händen halten könne. „Mein Arbeiten hat einen Zweck und ist damit greifbar.“

„Ohne digitale Kompetenz ist es heute schwierig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, weiß Ute Hötzer. Es sei wichtig, auch für Menschen mit Suchtproblemen dieses Feld zu öffnen. Man wolle so nicht nur auf Niedrigqualifizierung setzen, sondern die Teilnehmer für höhere Anforderungen schulen.

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Pforzheim

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Der Anfang ist schwer. „Wenn ein Teilnehmer neu ins Projekt kommt, hat er Hemmungen“, weiß Kaucic. Häufig sei kein Computer-Wissen vorhanden. „Schon nach kurzer Zeit entsteht Routine.“ Im Projekt geht es auch darum, dass die Teilnehmer, die liebevoll „lernungewohnt“ genannt werden, wenn die Mitarbeiter von Q-Prints & Service von der Gruppe spricht, Selbstvertrauen gewinnen. „Aus von Arbeit entwöhnt werde Spaß an der Beschäftigung gefunden.“ Im Projekt Andante erhielten die Teilnehmer soziale Kompetenzen zurück. „Sie müssen morgens aufstehen, pünktlich hier im Betrieb erscheinen und sich auch mit dem Chef arrangieren“, so Hötzer weiter. Vor der Qualifizierung sei wichtig, dass die Mitarbeiter von Q-Prints & Service herausfinden, was die Teilnehmer können. „Viele sind kognitiv ziemlich schlau, haben aber irgendwann den Anschluss verloren.“ Berufliche Brüche seien für suchtkranke Menschen typisch. Im Projekt sollen die Teilnehmer feststellen, „hey, ich kann etwas.“ Wer am Projekt teilnimmt, der wolle von der Sucht loskommen. „Und gerade hier ist der Lasercutter wichtig“, sagt Kaucic. „Mit ihm wird das Arbeiten am Computer interessant.“