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Der Flickenteppich im Hohenwarter Neubaugebiet ärgert die Anwohner.
Der Flickenteppich im Hohenwarter Neubaugebiet ärgert die Anwohner. © Ketterl
14.10.2010

Flickenteppich in Hohenwart ärgert Anwohner

PFORZHEIM. Anwohner sehen Straßenmängel, die sie behoben haben möchten, aber die Stadt behauptet, dass dies nicht notwendig sei. Im Neubaugebiet "Obere Maden" im Stadtteil Hohenwart "gärt es" unter der Oberfläche, weshalb die Anlieger inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben, der ihre Interessen gegenüber der Stadt vertreten soll.

Im Jahr 2007 ist im Hohenwarter Erschließungsgebiet "Obere Maden" am "Renz-von-Damnitz-Ring" zur Freude der Anlieger eine neu gebaute Straße übergeben worden. Bereits ein Jahr später ärgerten sich die Anwohner über einen Flickenteppich von 23 Ausbesserungsstellen auf dieser Straße. Abwasserrohre mussten abgedichtet und Hausanschlüsse gelegt werden - die Straße wurde an den entsprechenden Stellen aufgerissen.

Die Stadt hat ein Ingenieurbüro für diese Erschließung beauftragt, das wiederum die Straßenarbeiten an eine Baufirma vergeben hat, die inzwischen insolvent ist. Da die Anwohner Mängel und Risse auf dem Straßen- Flickenteppich festgestellt haben - unter anderem habe sich ein Gullideckel abgesenkt, und an einer Straßenstelle sammle sich das Wasser, was besonders im Winter zu Frostproblemen und weiteren Straßenschäden führen könnte - befürchten die Anwohner, dass zusätzliche Kosten auf sie zukommen könnten. Die Zahlung der Mängelbehebung erfolge nämlich aus der Bürgschaft der insolvent gewordenen Firma.

Der anwalt der Anwohner äußerte in einem Schreiben an die Stadt die Befürchtung, dass die durch die Bürgschaft abgesicherten Mittel nicht ausreichen könnten, wenn sich der Straßenzustand weiter verschlechtere. Er forderte die Stadt dazu auf, die Mängel schnellstmöglich zu beheben, bevor größere Kosten entstehen könnten.

Auf PZ-Anfrage erklärte Norbert Bernhard, Leiter des Grünflächen- und Tiefbauamtes, dass die Stadt offiziell erst nach Ablauf der Garantiefrist im Jahr 2014 für die Straße zuständig sei. Alle Mängel, die bis dahin auftreten, müssten vom beauftragten Ingenieurbüro, der Gesellschaft für kommunale Aufgaben Pforzheim, behoben und bezahlt werden, auch wenn die ausführende Baufirma insolvent sei. "Ich kann die Anwohner beruhigen, dass auf sie keine weiteren Kosten wegen der Straßenmängel zukommen werden". Es erfolge noch vor Ablauf der Garantiefrist - spätestens im Jahr 2014 - eine offizielle Straßenabnahme durch die Stadt und dann müsse alles in Ordnung sein. Im übrigen sei die Straße derzeit nicht so geschädigt, dass unmittelbar Gefahr im Verzug sei, wie eine Begutachtung vor Ort ergeben habe. "Unsere Fachleute haben keine gravierenden Mängel festgestellt", sagte Bernhard.