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Am Steuer dieses BMW soll ein 17-Jähriger ohne Führerschein gesessen haben. Er war nach dem Crash mit einem Ampelmast zu Fuß vom Unfallort geflüchtet. © Seibel
Am Steuer dieses BMW soll ein 17-Jähriger ohne Führerschein gesessen haben. Er war nach dem Crash mit einem Ampelmast zu Fuß vom Unfallort geflüchtet. © Seibel
Endstation Ampel: Wie es zu diesem Unfall auf der Kreuzung Goethe-/Zerrennerstraße kam, blieb zunächst unbekannt, denn der Fahrer des demolierten BMW war vom Unfallort geflüchtet. © Seibel
18.10.2015

Flucht wegen drohender Haftstrafe?

Tief hat sich der Ampelmast in die Frontseite des Siebener-BMW zwischen Motorblock und linkem Vorderreifen gebohrt. Die schwere Limousine ist nicht mehr fahrbereit, der Ampelmast umgeknickt. Das Auto muss am Samstagmorgen mit ordentlich Schwung auf die Querungshilfe beim Fußgängerüberweg an der Zerrennerstraße zwischen Post und Platz der Synagoge gekracht sein. Zum Glück waren dort gerade keine Passanten unterwegs. Glück hatten auch der minderjährige Fahrer und sein junger Beifahrer, die offensichtlich ohne größere Verletzungen den Aufprall überstanden. Am Auto, so schätzt die Polizei bei der Unfallaufnahme am Samstag gegen 7 Uhr, ist ein Sachschaden von rund 15 000 Euro entstanden, und die zerstörte Ampelanlage schlägt mit weiteren 10 000 Euro zu Buche.

Bildergalerie: BMW kracht in Pforzheimer City auf Ampelmast - Fahrer flüchtet

Doch wo ist der Fahrer? Das wissen die unfallaufnehmenden Beamten nicht – denn sie können nur mit dem Beifahrer sprechen. Dessen Kumpel, ein 17-Jähriger, hat sich zu Fuß aus dem Staub gemacht und Unfallflucht begangen. Auch am Sonntagnachmittag, das ergab eine PZ-Anfrage bei der Polizei, wusste man nur so viel: Der Jugendliche hatte sich das Auto des Vaters genommen, keinen Führerschein – und ist nach PZ-Informationen weder der Polizei noch der Justiz unbekannt. Mittlerweile soll er sich telefonisch zu Hause gemeldet haben, hält sich aber noch an einem unbekannten Ort auf – er schämt sich, den BMW zerlegt zu haben. Aber: Es gehe ihm gesundheitlich gut, soll er mitgeteilt haben.

Auf der Facebookseite von PZ-news hatte sich ein Leser zu den Unfallkommentaren geäußert und sich als Beifahrer geoutet, der nach eigenen Worten mehrere Stunden lang von der Polizei befragt worden sein soll. Sein Kumpel sei aus Angst vor einer drohenden Haftstrafe geflüchtet – was PZ-Informationen erhärtet, wonach eine Jugendstrafe zur Bewährung noch offen ist. Seine Kommentare hat der Beifahrer nach einiger Zeit selbst wieder von der Facebookseite gelöscht.

Während die Polizei den Verkehr an der Kreuzung regelte, musste die Berufsfeuerwehr ausgelaufene Betriebsstoffe binden, die Straße reinigen und den Ampelmasten provisorisch wieder aufrichten. Ein Notdienst musste die ausgefallene Ampelschaltung reparieren.

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