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Volles Haus bei der Volksbank: 90 Unternehmer und Förderer der Wirtschaft wollen mehr über Flüchtlinge und deren berufliche Perspektiven wissen. Seibel
Volles Haus bei der Volksbank: 90 Unternehmer und Förderer der Wirtschaft wollen mehr über Flüchtlinge und deren berufliche Perspektiven wissen. Seibel
Im Austausch: IHK-Vize Thomas Walter, der stellvertretende PZ-Chefredakteur Marek Klimanski, Sozialbürgermeisterin Monika Müller und OB Gert Hager (von links).
Im Austausch: IHK-Vize Thomas Walter, der stellvertretende PZ-Chefredakteur Marek Klimanski, Sozialbürgermeisterin Monika Müller und OB Gert Hager (von links).
04.02.2016

Flüchtlingsfrage treibt die hiesigen Unternehmer um

Pforzheim. Wie sehr das Thema Fachkräftemangel vielen Firmenchefs in der Region auf den Nägeln brennt, führt die Resonanz auf dieses Unternehmerfrühstück des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) vor Augen. 90 Teilnehmer wollen am Donnerstagmorgen hören, wie aus Flüchtlingen Arbeitnehmer werden können. Gleich zu Beginn verweist Thomas Walter auf die großen Erwartungen der Wirtschaft im vergangenen Jahr: „Die anfängliche Euphorie ist weg.“

Der stellvertretende Geschäftsführer der IHK Nordschwarzwald stellt sich neben Oberbürgermeister Gert Hager und Sozialbürgermeisterin Monika Müller der Podiumsdiskussion, die der stellvertretende PZ-Chefredakteur Marek Klimanski moderiert. Herausforderungen und Chancen sollen bei diesem Meinungsaustausch zu Zuwanderung und Integration ausgelotet werden. Schnell wird klar: Bis auf Weiteres werden die Herausforderungen überwiegen.

Wie Bürgermeisterin Müller erläutert, leben rund 1300 Flüchtlinge in Pforzheim, allein am Donnerstag kamen 28 hinzu. Der Anteil der Männer überwiege, viele seien unter 30. In Pforzheim lebten also neuerdings rund 500 Menschen, die „vom Alter her gleich durchstarten können“, so Müller. Doch so einfach ist das nicht. Die Flüchtlinge hätten kaum Sprachkenntnisse, maximal zehn Prozent Abitur, lediglich ein Drittel verfüge über eine Berufsausbildung, und diese sei „eher praxisorientiert“. Aber, und das sieht nicht nur Müller langfristig als Chance, die Menschen brächten „ganz viel Motivation“ mit. Sie wollten schnell Arbeit aufnehmen und Geld verdienen.

Es gelte, bekräftigt OB Hager, neue Wege zu bauen und zu gehen. Bürgermeisterin Müller wird konkret. Wichtig seien Angebote zur Berufserprobung, um den Leistungsstand des Einzelnen zu testen. Wie die Stadt und freie Träger könnten auch Unternehmen Sprachkurse initiieren. Unterstützend biete die Kommune etwa Eingliederungszuschüsse, einen ehrenamtlichen Dolmetscherpool sowie eine Koordinierungsstelle für die Sprachvermittlung und gesonderte Schulklassen an. Denkbar wäre laut Müller eine Berufsmesse speziell für Flüchtlinge, bei der Dolmetscher zur Verfügung stehen. Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, weist auf das Programm „Wegebau“ hin.

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