nach oben
Mehrnousch Zaeri-Esfahani (rechts) mit Lehrern der Carlo-Schmid-Schule. Foto: Seibel
Mehrnousch Zaeri-Esfahani (rechts) mit Lehrern der Carlo-Schmid-Schule. Foto: Seibel
10.09.2015

Flüchtlingskinder: Referentin gibt Lehrern hilfreiche Tipps

Pforzheim. Wenn Kinder aus Flüchtlingsfamilien Förderangebote nicht wahrnehmen oder deren Väter und Mütter dem Elternabend fernbleiben, haben Lehrer das Gefühl, es fehle das Interesse. Dabei ist es oft ganz anders.

„Während unser Bildungssystem auf individueller Förderung basiert, stammen viele Flüchtlingskinder aus kollektivistischen Gesellschaften“, erklärte Mehrnousch Zaeri-Esfahani am Donnerstag dem Kollegium der Carlo-Schmid-Schule. Soll heißen: „Dort stellt der Einzelne seine Bedürfnisse zum Wohl der Gruppe zurück, diese wiederum kümmert sich um ihn. Ohne diese Gruppe haben Flüchtlinge hier das Gefühl, verloren zu sein“, so die Referentin. „Zugleich ist es ihnen peinlich, im Mittelpunkt zu stehen.“

In ihrem Vortrag vermittelte die Sozialpädagogin, die als Kind selbst aus dem Iran geflohen ist, den Anwesenden auf humorvolle Weise interkulturelle Kompetenzen für die Arbeit mit Flüchtlingen. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Kulturdimensionen, mithilfe derer sich Mentalitäten auf Verhaltensmuster einzelner Kulturkreise zurückführen lassen. In einem polychromen Zeitverständnis beispielsweise spielt Zeit eine untergeordnete Rolle, Pünktlichkeit ist unbedeutend. Im neuen Schuljahr werden an der Carlo-Schmid-Schule mehrere Flüchtlingsklassen unterrichtet. Am Montag starten die Thementage „Vielfalt und Fremdheit – die Buntheit in der Gesellschaft fördern“ an der Privatschule.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.