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Der Grafiker und Musiker Klaus Voormann (Mitte) posiert neben dem Gitarrist Volker Hinkel (links) und dem Sänger Peter Freudenthaler von der deutschen Popband «Fools Garden». Voormann wurde durch ein "Beatles"-Cover berühmt. © dpa
10.09.2012

Fools Garden holt Cover-Grafiker der Beatles

Ihr Hit «Lemon Tree» ging 1996 um die Welt. In mehr als 40 Sprachen wurde das Lied der Pforzheimer Band Fools Garden (damals noch Fool's Garden) übersetzt, bis zu 800 mal in der Woche von den deutschen Radiosendern gespielt und ist heute ein Klassiker der deutschen Popgeschichte. Auch wenn keines ihrer weiteren Alben einen annähernd erfolgreichen Song wie diesen Ohrwurm hervorbrachte, war die Band doch stets gut gebucht - vor allem im Ausland. Fools Garden standen vor 100 000 Menschen in Russland auf der Bühne und traten vor 30 Millionen Zuschauern im chinesischen Fernsehen auf. Am 14. Oktober kommt ihr neues Album auf den Markt. Das Cover gestaltete Grafiker-Legende Klaus Voormann (74).

Bildergalerie: Fools Garden holt Cover-Grafiker der Beatles

Über «Lemon Tree» sagt Sänger Peter Freudenthaler: «Wir versuchen nicht verzweifelt, so etwas noch mal zu schaffen. Wir sind vielmehr glücklich, das einmal geschafft zu haben.» So ein Erfolg lasse sich nicht planen. Es habe auch keine Phasen in ihrer Karriere gegeben, während der sie «Lemon Tree» selber nicht mehr hören konnten. Es sei zwar manchmal anstrengend gewesen, wenn jedes weitere Album mit diesem Erfolg verglichen worden sei, sagt Gitarrist Volker Hinkel. Unter dem Strich sei «Lemon Tree» für sie jedoch ein Riesenerfolg und ein Türöffner gewesen.

Auch bei Grafiker und Bassist Klaus Voormann hat «Lemon Tree» der Band die Türe geöffnet. Fools Garden sei von je her eine große Beatles-Affinität nachgesagt worden, erzählt Freudenthaler. Während der Entstehung des neuen Albums hätten sie spontan die Idee gehabt, Voormann zu bitten. «Wir haben ihn einfach ganz frech gefragt. Und als er zusagte, dachten wir uns: Boah, er macht das.»

Der am Starnberger See lebende Voormann wurde oft als «fünfter Beatle» bezeichnet. Er schuf das legendäre, grammygekrönte «Revolver»-Cover der Pilzköpfe und gibt zu, dass er nach der Anfrage von Fools Garden nicht sofort gewusst habe, wer das ist: «Weil ich einfach nie Radio höre. Erst als ich gehört habe: "Lemon Tree", wusste ich, wer ihr seid.» Wenn er mit der Musik einer Band nichts anfangen könne, würde er auch kein Cover für sie machen, sagt Voormann. Bei Fools Garden sei das anders gewesen, die Musik liege ihm.

Wie Schulbuben seien sie beim ersten Treffen mit Voormann dagesessen, erinnert sich Freudenthaler. Manchmal kämen Schülerzeitungs-Redakteure zu ihnen, um sie zu interviewen. «So haben wir uns bei Voormann gefühlt.» Aber das Eis war schnell gebrochen. Es sei sehr beeindruckend gewesen - sie hätten auch viele Bilder von Voormann gesehen, die nicht so bekannt seien.

«Es ist eine große Ehre. Klaus Voormann hat ein Wahnsinns-Cover für uns gemacht», sagt Gitarrist Hinkel. Die Band sei «sehr happy» über das Ergebnis. Das Voormann-Cover auf dem neuen Album «Who is Jo King?» sei auch eine große Motivation für die Band.

Nach ihrem Best-of-Album zum 20-jährigen Bestehen von Fools Garden wollten sie etwas Neues machen und ließen sich dafür drei Jahre Zeit. «Wir waren nicht allzu diszipliniert. Wir haben an den Songs geschrieben, uns zwischendurch zu einwöchigen Kompositions-Urlauben in Spanien getroffen, Konzerte gespielt, uns um unsere Familien gekümmert und immer wieder am Album gebastelt, erzählt Freudenthaler.

Erst als der Song «Innocence» fertig war, sei klar gewesen, dass dieser Titel als Single ausgekoppelt wird und welche Lieder sonst auf das Album sollen. Dabei sei der Weg das Ziel gewesen, sagt Freudenthaler. Jeder Song habe eine Geschichte. Dazu komme die Zusammenarbeit mit Voormann. «Es passt einfach alles. Wir sind sehr aufgeregt, egal ob das Album nun mega-erfolgreich wird oder nicht», sagt Hinkel.

Und welchen Tipp hat Klaus Voormann für Fools Garden? «Einfach das machen, was euch Spaß macht. Die Beatles haben auch immer nur das gemacht, was ihnen Spaß gemacht hat.»