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Beim interdisziplinären Fortbildungstag für Einsatzkräfte zeigen Notärzte und Feuerwehrmänner, welche Möglichkeiten für eine möglichst schonende Rettung von Patienten aus Autowracks es gibt. Foto: Läuter
Beim interdisziplinären Fortbildungstag für Einsatzkräfte zeigen Notärzte und Feuerwehrmänner, welche Möglichkeiten für eine möglichst schonende Rettung von Patienten aus Autowracks es gibt. Foto: Läuter
27.09.2015

Fortbildung am Helios Klinikum: Alle Retter haben dasselbe Ziel

Wer schon einmal einen Autounfall oder ein anderes Unglück erleben musste, der weiß, wie wichtig es ist, dass alle Einsatzkräfte vor Ort wissen, was zu tun ist. Und das bezieht sich keineswegs nur auf das eigene Fachgebiet sondern, zumindest stückweise, auch auf das der anderen. Nur so kann schließlich verhindert werden, dass man sich in die Quere kommt, die Rettung Verletzter verzögert oder Spuren verwischt werden. Um dies zu gewährleisten, hat am Samstag zum fünften Mal der „Interdisziplinäre Fortbildungstag für Einsatzkräfte in Pforzheim“ (IFEP) am Helios Klinikum stattgefunden.

In Zusammenarbeit mit Klinikum, Deutschem Rotem Kreuz (DRK), Arbeiter Samariter Bund (ASB), Feuerwehr und Polizei hatten rund 80 Teilnehmer Gelegenheit, sich sowohl in Theorie als auch in Praxis bei Vorträgen und Workshops weiterzubilden.

„Es gibt nie nur eine Sachebene. Die Kontakte, die hier geknüpft werden, können vor Ort helfen und sind sehr wertvoll“, betonte Rüdiger Schroth, stellvertretender Leiter des Verkehrskommissariats. Es sei enorm wichtig, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken, pflichteten auch Clemens Bauer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Sascha Leonhard, Notfallsanitäter und Lehrrettungsassistent des ASB Pforzheim zu.

Worauf bei einem Unfall zu achten ist, damit keine Spuren für die Rekonstruktion eines Unfallhergangs verwischt werden, obgleich natürlich die Rettung und Erstversorgung der Opfer Vorrang hat, machte Schroth deutlich. Die Spurensicherung, sagte er, sei oft von zivilrechtlicher Seite immens wichtig und könne für die weitere wirtschaftliche Existenz eines Unfallbeteiligten entscheidend sein.

Was sich durch die Fortschritte im Karosseriebau für die medizinischen Rettungskräfte und Feuerwehrangehörige verändert hat, zeigten der Ausbildungsleiter der Berufsfeuerwehr, Stefan Eberle, sein Kollege Stephan Bürkle und der Notarzt Volker Wanka bei einem Workshop vor dem Haupteingang des Klinikums. Ein von der Feuerwehr präpariertes Autowrack diente dabei als Übungsobjekt. „Die PKW-Technik hat sich verbessert. Aber wir haben dadurch mehr Probleme, die Leute zu befreien“, so Eberle. Die immer stabiler werdenden B-Säulen und die mit rund 700 Bar unter gefährlich starkem Druck stehenden Airbag-Kartuschen erschwerten das Zerschneiden der Karosserie, weshalb neue Öffnungsmethoden entwickelt worden seien, um Unfallopfer möglichst schonend aus dem Auto retten zu können.

Einmalige Fortbildung

Entstanden war die Idee für den IFEP bei einer Einsatznachbesprechung nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Toten 2008. Ein solcher interdisziplinärer Fortbildungstag unter Einbeziehung von Polizei und Feuerwehr, an dem die Einsatzkräfte zudem kostenfrei teilnehmen können, so Bauer, sei seines Wissens nach bisher in Deutschland einmalig und habe große Erfolge erzielt.