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Das Landgericht Karlsruhe hat den Nordstadtmörder verurteilt.
Das Landgericht Karlsruhe hat den Nordstadtmörder verurteilt. © Screenshot TV-BW
20.05.2015

Frau in Nordstadt erstochen: Täter verurteilt

Pforzheim/Karlsruhe. Zu neun Jahren Freiheitsstrafe wegen Totschlags und schweren sexuellen Missbrauchs hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Karlsruhe gestern Arno F. (Name geändert) verurteilt, der im vergangenen Sommer eine 25-Jährige in der Nordstadt umgebracht hatte. Der 33-Jährige aus dem östlichen Enzkreis wird auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht bleiben.

In der Nacht auf den 3. August hätten sich „zwei Menschen kennengelernt, deren Wege sich besser nicht gekreuzt hätten“, begann der Vorsitzende Richter Leonhardt Schmidt die Urteilsbegründung. Er sprach von „zwei zutiefst persönlichkeitsgestörten Menschen, die im bisherigen Leben gescheitert“ seien, und skizzierte den Ablauf der Tragödie, die mit grausamen Tod der jungen Frau endete (die PZ berichtete).
Dass der Angeklagte in Tötungsabsicht gehandelt habe, stehe bei 28 Messerstichen außer Frage, sagte Schmid. Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau hatte auf Mord plädiert und zwölf Jahre Freiheitsstrafe sowie die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik gefordert. Das Motiv: Der Angeklagte habe zugestochen, um Sex zu erzwingen. Es gebe zwar gute Anhaltspunkte, dass Arno F. die Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebs ausführte, räumte Schmidt ein. Da der Angeklagte unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leide, weshalb er auch nur erheblich vermindert schuldfähig ist, sei jedoch nicht auszuschließen, dass die Tat lediglich ein „Ausagieren von Wut und Frust ohne sexuellen Hintergrund“ war. „Deshalb bleibt es letztlich bei Totschlag in Tatmehrheit mit schwerem sexuellen Missbrauch.“
Die Zeit in der Psychiatrie könne maximal zu zwei Dritteln auf die Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren angerechnet werden. Sollte Arno F.s Behandlung als erfolgreich eingestuft werden, könne die Strafe nach sechs Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Anderenfalls müsse der 33-Jährige bis zum Ende seines Lebens in der Klinik bleiben – solange er als Gefährdung für die Allgemeinheit eingestuft wird.

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