nach oben
Tote Frau in der Enz? Feuerwehr missversteht Anruferin.
Tote Frau in der Enz? Feuerwehr missversteht Anruferin © Symbolbild dpa
15.10.2012

Frau in der Enz? Feuerwehr missversteht Anruferin

Pforzheim. Aufregung in der Pforzheimer Innenstadt: Eine Frau hatte sich am Montagnachmittag bei der Pforzheimer Feuerwehr gemeldet und berichtet, eine Frau treibe in der Enz. Jedenfalls hatte das die Feuerwehr so verstanden. Mit Blaulicht und Martinshorn eilten die Retter an die Rossbrücke, schließlich galt es, ein Menschenleben zu retten. 

Nicht nur die Polizei, sondern auch die Feuerwehr und der Rettungsdienst machten sich um 16.26 Uhr sofort auf den Weg zur Rossbrücke, um die vermeintlich ertrinkende Frau zu retten. Dort angekommen mussten die Einsatzkräfte dann glücklicherweise keine tote Person aus dem Wasser fischen. Was die den Notruf absetzende Frau hatte treiben sehen, war lediglich eine tote Taube, die flussabwärts trieb. Aber auch so bot der geballte Einsatz der Rettungskräfte den vielen staunenden und fragenden Passanten ein gewisses Spektakel, obwohl auf dem trüben Wasser der Enz nicht viel zu sehen war.

Dass so eine Menschenrettung aus der Enz nicht immer nur ein Versehen ist, mussten Rettungskräfte und entsetzte Passanten Anfang Januar 2011 nur rund 100 Meter weiter westlich auf der Enz erleben. Dort war ein Kajakfahrer im leichten Hochwasser ertrunken. Wiederbelebungsmaßnahmen von zufällig vorbeikommenden Ersthelfern, die teilweise den Mann noch aus dem Wasser gezogen haben und von den Rettungskräften waren vergeblich.

Manchmal gibt es auch Sichtungen von Gegenständen, deren Identität nie geklärt wird. Im Juli 2009 sorgten Fotos von einem möglicherweise verendeten Krokodil in der Nagold beim Davosweg für Furore. Eine Biologin der Stuttgarter Wilhelma erklärte angesichts der Fotos, dass es sich um einen südamerikanischen Kaiman handeln könne, wollte aber nicht ausschließen, dass das mit dem hellen Bauch nach oben treibende Tier auch ein Gummispielzeug sein könnte. Das wiederum hat der Fotograf des unbekannt gebliebenen Treibguts dementiert.

Die Anruferin im Fall der im Enz-Wasser treibenden Taube behauptete später auf Nachfrage, dass sie bei ihrem Notruf keine "Frau" im Wasser, sondern eine "Taube" gemeldet habe. Die Handyverbindung der Anruferin war allerdings ziemlich schlecht gewesen. Die Feuerwehr hörte den Anruf daraufhin noch mehrmals ab und stellte schließlich fest, dass der Fehler auf ihrer Seite lag. Die Frau hatte tatsächlich von einer Taube gesprochen. Aufgrund der schechten Verbindung hatte man sich bei der Feuerwehr verhört.

Die Kosten des Einsatzes trägt nun die Allgemeinheit, so die Aussagen des Einsatzleiters der Feuerwehr. Wie hoch diese Kosten sind, konnte am Abend nicht mehr festgestellt werden. Die Taube wurde mit einem Kescher aus der Enz geborgen. Über ihren Verbleib liegen im Augenblick keine Angaben vor.

Leserkommentare (0)