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28.07.2015

Frau nach Attacke des Ehemanns auf einem Auge blind

Pforzheim. Ein Prozess wegen schwerer Körperverletzung ist am Dienstag geplatzt. Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, einen Computerlautsprecher auf seine Frau geworfen zu haben. Seit dieser Attacke ist die 49-Jährige auf einem Auge blind.

Es ist früh am Morgen des 2. November vergangenen Jahres als die 49-jährige Ehefrau und Mutter Julia N. (Namen geändert) auf der Couch sitzt. Plötzlich spürt sie einen Schlag am Auge. Als sie an die getroffene Stelle fasst, läuft Blut über ihre Hand. Das linke Auge ist schwer verletzt.

Ihr Ehemann, der wegen schwerer Körperverletzung Angeklagte José N., hat einen Lautsprecher nach ihr geworfen. Das stellt später die Polizei fest, als sie die blutverschmierte Couch samt dem rund 400 Gramm schweren Computerlautsprecher vorfindet. Noch am selben Morgen wird Julia N. operiert, doch auch nach zweiwöchigem Krankenhausaufenthalt und Kontrolluntersuchungen sei sie auf diesem Auge bis heute blind, so die Nebenklägerin.

Vorausgegangen sei dem Ganzen ein Streit mit ihrem Ehemann. Er habe Sex gewollt und diesen nicht bekommen, weil sie sich nicht wohl gefühlt hatte, so die Aussage der Geschädigten. Obwohl der Angeklagte ein Geständnis verlesen ließ, wurde nach rund fünf Stunden Verhandlung ein Sachverständigengutachten beantragt, das die medizinischen Ergebnisse des Krankenhauses vom vergangenen Jahr neu bewerten soll.

Die Erstellung eines Gutachtens bedeutete allerdings, dass der Prozess nicht am selben Tag zum Abschluss gebracht werden konnte. Weil Walz anschließend im Urlaub ist, wird die zulässige Unterbrechungszeit überschritten. Damit ist der Prozess geplatzt und muss erneut ganz von vorne aufgerollt werden.