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16.06.2019

Frauen halten wieder Einzug in Hohenwarter Ortschaftsrat

Es hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, wenn die Hohenwarter Ortschaftsräte das – wenn auch stets überschaubare – Publikum fröhlich in die Diskussion der öffentlichen Sitzung mit einbeziehen, bevor sie die traute Männerrunde zu fortgeschrittener Stunde in die Wirtschaft verlagern. Doch damit könnte nun Schluss sein. Denn ab Juli gehören mit Cornelia Hempel (CDU) und Karin Jungmann (Allianz Hohenwarter Bürger) wieder zwei Frauen dem Gremium an.

Dafür räumen zwei langjährige Köpfe – neben dem Ortsvorsteher und CDU-Rat Karl Schröck auch dessen Parteikollege Adam Bornbaum, beide seit 1980 im Rat – ihre Plätze. Sowohl in der Kernstadt als auch im Höhenstadtteil vertreten ist künftig Bäcker Jörg Wiskandt (FDP), der bereits in den 1990er-Jahren im Gremium saß, damals für die SPD. Dass die Hohenwarter interessiert, was im Stadtteil passiert, beweist die mit 60,9 Prozent höchste Wahlbeteiligung unter den Ortsteilen. Auf der Agenda dürften auch weiterhin die mangelnde Nahversorgung, das umstrittene Seniorenzentrum sowie die künftige Wohnbebauung im Gewann „Mädachäcker“ stehen.

Wer hat hier die Mehrheit?

Lange Zeit hatte die CDU das Gremium dominiert. Aber auch diese Ära ist nun vorbei. Die Christdemokraten verzeichnen in Hohenwart erneut deutliche Verluste (minus 9,2 Punkte) – und müssen sich deshalb mit nur noch 37,9 Prozent der Stimmen von einem ihrer bislang vier der insgesamt acht Sitze verabschieden. Je zwei Sitze haben künftig die FDP (24,9 Prozent) und die neu gegründete Allianz Hohenwarter Bürger (21 Prozent) um Stephan Banschbach – bislang für die Freien Wähler im Rat – inne. Die SPD erhält erneut einen Sitz (16,2 Prozent). Für die Freien Wähler ist keiner mehr angetreten, Christian Lang scheidet damit ebenfalls aus.

Wie alt ist der neue Rat?

Im Schnitt sind die neuen Räte Jahrgang 1964, also 55 Jahre alt. Sie liegen damit rund zehn Jahre über dem Altersschnitt im Ortsteil. Der durchschnittliche Hohenwarter ist 45 Jahre alt. Die Jüngste im Rat wird künftig die Zollbeamtin Cornelia Hempel (Jahrgang 1980) sein. Der aktuelle Rat ist im Schnitt 60 Jahre alt. Das Gremium verjüngt sich also.

Wie viele Frauen sind dabei?

Zwei. Das ist eine Sensation, bedenkt man, dass die Geschicke des Stadtteils in den vergangenen fünf Jahren komplett ohne Frauen gelenkt wurden. Ob das Einfluss auf den mitunter kameradschaftlichen Umgangston nehmen wird? Die letzte Frau im Ortschaftsrat war übrigens Inna Grimm (2009 bis 2014, CDU). Zwei Frauen wurden zuletzt 1999 mit Elke Lindner (damals für die SPD) und Beate Killinger (CDU) ins Gremium gewählt.

Wer wird Ortsvorsteher?

Diese Frage scheint in Hohenwart noch völlig offen zu sein. Wie berichtet, gibt Karl Schröck sein Amt nach zehn Jahren ab. Volker Weingardt, ebenfalls CDU, ist zwar Stimmenkönig, will sich das Ganze aber zunächst durch den Kopf gehen lassen. Engagiert hervorgetan hatten sich daneben zuletzt auch die beiden Räte Norbert Könne (SPD), stellvertretender Vorsteher, und Stephan Banschbach (FW) mit ihrer Bürgerinitiative in Sachen Seniorenzentrum.