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Das Symbolbild zeigt den Blick in einen Gefängnisgang.
Freiheitsstrafen für Überfall auf Spielothek © PZ-Archiv
17.02.2011

Freiheitsstrafen für Überfall auf Spielothek

PFORZHEIM. Zu empfindlichen Freiheitsstrafen wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung wurden vom Jugendschöffengericht am Amtsgericht Pforzheim zwei türkischstämmige Jugendliche verurteilt.

Die beiden Pforzheimer Heranwachsenden hatten am 22. Oktober 2010 um 6 Uhr eine Spielothek in der Zerrennerstraße überfallen. Geplant worden war der mehrfach verschobene Raub schon über eine Woche zuvor, auch die jeweiligen Aufgaben waren verteilt und die Maskierungen vorbereitet. Während der 17-jährige Angeklagte die Mitarbeiterin des Spielsalons packte und zu Boden warf, versuchte sein 18-jähriger Freund die Kasse zu öffnen. Doch der Versuch misslang und statt der erhofften Beute von 1.000 Euro bis 2.000 Euro mussten die beiden Täter einzig mit der Geldbörse der Geschädigten, die nur einige Münzen enthielt, die Flucht antreten. Die 26-jährige Frau erlitt bei dem Überfall zwar nur geringe Prellungen, die Angstzustände machen ihr allerdings noch heute zu schaffen.

Da der Drogendealer, der von Rechtsanwältin Andrea König-Biebelheimer verteidigt wurde, auch seine Geschäfte mit Betäubungsmitteln gestand und darüber hinaus die Aufklärungsarbeit unterstützte, konnte Richter Ingo Mertgen die 20-monatige Freiheitsstrafe zu einer dreijährigen Bewährungszeit aussetzen, die mit zahlreichen Auflagen verbunden ist. Sein 17-jähriger Freund allerdings muss die Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten antreten, da der einschlägig vorbestrafte Jugendliche gerade eine achtmonatige Haftzeit wegen Raubes abzusitzen hat. „Mein Mandant hat den Bogen deutlich überspannt“, so der verteidigende Rechtsanwalt Cornelius Schaffrath. Staatsanwalt Marco Mayer hatte für den Bewährungsbrecher eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie für den Mittäter eine Bewährungsstrafe beantragt.