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19.11.2008

Freispruch oder Haft für Vergewaltiger einer Irakerin?

PFORZHEIM. Freispruch oder vier Jahre Haft für den Ex-Partner: In dem Gerichtsprozess um eine Vergewaltigung samt Nötigung und erzwungenem Oralsex sind gestern vor der Großen Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe die Plädoyers gesprochen worden.

Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau sah es aufgrund übereinstimmender Aussagen beider Parteien als erwiesen an, dass sowohl der Sex auf einem Parkplatz als auch der Geschlechtsverkehr in der Wohnung der Irakerin Farah (Namen der Betroffenen geändert) stattgefunden hat. Doch entgegen der Beteuerung des Angeklagten seien diese Taten mit Gewalt erzwungen worden.

Die Schilderung der brutalen Vergewaltigung nannte sie glaubhaft. Und auch die Angaben der Tochter, die der Angeklagte im Anschluss mit einem Messer genötigt haben soll. Der Umstand, dass das Opfer kurz zuvor Anzeige wegen Belästigung gestellt hatte, zeugte davon, dass das Verhältnis zum Angeklagten keineswegs so harmonisch war, wie er es geschildert hatte. Die späte Anzeige wegen der Vergewaltigung wertete Gugau als eine Art Hilflosigkeit.

Die Nebenklägervetreterin Katrin Haible schloss sich dem Antrag an. Aufgrund der Hepatitis-C-Erkrankung des Angeklagten könne man nicht davon ausgehen, dass sich seine Ex-Freundin zum Sex bereit erklärt habe. Verteidiger Mathias Bürckle plädierte für Freispruch. Er sieht zu viele Wiedersprüche in den Aussagen der Zeugen. Die Aussage der Irakerin hält er in wichtigen Punkten für unglaubwürdig.

Das Urteil erfolgt am Montag, 24. November, um 9 Uhr. mof