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13.11.2009

Freitag, der 13. und seine Folgen

Es gibt Tage, da geht einfach alles schief. Schwarze Katzen laufen einem über den Weg, und dann hat noch irgend jemand eine Leiter so aufgestellt, dass man darunter durch laufen muss. Wenn man gleich am Morgen darauf geachtet hätte, mit welchem Fuß man zuerst aufgestanden ist, wäre die Entscheidung leichter gefallen, an diesem Freitag, den 13. lieber nicht aus dem Hause zu gehen.

Freitag, der 13. gilt als der Unglückstag schlechthin. Lange hieß die 13 im Volksmund das „Dutzend des Teufels“. Beim letzten Abendmahl saßen 13 Menschen um den Tisch - der 13. war der Verräter Judas. Noch heute gibt es in vielen Hotels keine 13 als Zimmernummer, in Flugzeugen fehlt die 13. Sitzreihe. Die 12 galt dagegen der Zahlensymbolik zufolge als harmonisch: Von zwölf Aposteln berichtet die Bibel, der Tag hat zweimal zwölf Stunden, das Jahr zwölf Monate.

Auch der Freitag hat es in sich: Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt, Adam und Eva sollen an einem Freitag in den verbotenen Apfel gebissen haben. Im Mittelalter galten Jahre oder Monate, die mit einem Freitag begannen, als Unglückszeiten. Auch die heidnische Mythologie stärkte den Aberglauben. Zwölf Götter waren es, die in Walhall tafelten. Loki kam als 13. hinzu, schon gab es Streit, und Götterliebling Baldur musste sterben.

Jedes Jahr gibt es mindestens einen und höchstens drei Freitage, die zum 13. eines Monats werden. Mathematiker haben errechnet, dass der 13. geringfügig häufiger auf den Freitag als auf andere Wochentage fällt. Unglück bringt das aber nicht: Nach Erkenntnissen von Unfallstatistikern kommt es an einem Freitag, dem 13. nicht zu mehr Unfällen als an jedem anderen Tag im Jahr.

Die wohl abergläubischsten Menschen findet man unter Sportlern oder Sportfans. Für die Abergläubischen war bei der Fußball-Europameisterschaft alles klar: Mit Maskottchen Angela Merkel auf der Tribüne haben die Deutschen in der Vorrunde gegen Österreich und die Türkei gewonnen. Also musste sie unbedingt im EM-Finale dabei sein. Die Spanier dagegen gewannen alle Spiele, ohne dass ihr Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero im Stadion war. Kein Wunder, dass die besonders abergläubischen spanischen Fans vor dem EM-Endspiel Deutschland gegen Spanien vehement forderten, dass Pechvogel "el gafe" Zapatero nicht auf der Tribüne sitzen sollte. Am Ende siegte nicht der Aberglaube, sondern die fußballerische Überlegenheit der Spanier.

Den Sieg erzwingen wollen alle. Die Mittel dafür unterscheiden sich jedoch. Kameruns Fußballtorwart Thomas Nkono hatte vor einem Spiel beim Afrika-Cup 2002 ein magisches Elixier auf dem Rasen verschüttet. Dafür wurde der Hexenmeister sogar verhaftet.

Hierzulande zieht man Kleidungsstücke als Glücksbringer vor. Die Fußballnationaltrainer Jogi Löw und Hansi Flick trugen bei der Europameisterschaft 2008 weiße Hemden, weil schon diese weißen Hemden von Jürgen Klinsmann und Jogi Löw die Nationalelf bei der Weltmeisterschaft 2006 ins Halbfinale gebracht haben sollen.

Mehr Farbe ins Spiel gebracht hatte in den 80er-Jahren Udo Lattek. Der Fußballtrainer trug beim 1. FC Köln stets einen blauen Pullover als Glücksbringer. Heute dient den Kölnern Geißbock Hennes als Stadionmaskottchen.

Und wie fährt man schneller als die anderen? Formel-1-Pilot David Coulthard stieg nie ohne seine Glücksunterhose in den Rennwagen, während Nick Heidfeld in wichtigen Momenten immer zwei Armbanduhren trägt. dpa