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Der Eine zeichnet, die anderen Beiden schreiben mit spitzer Feder: Karikaturist Dieter Huthmacher mit PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer und Chefredakteur Magnus Schlecht (von links) bei der Eröffnung der Ausstellung im Restaurant „Comedia“.  Foto: Seibel 

Freitags in der PZ - und bis Ende Mai im „Comedia“: Huthmachers Stricheleien werden jetzt ausgestellt

Pforzheim. Wer freitags den Lokalteil der „Pforzheimer Zeitung“ aufschlägt, dem sticht sie spätestens auf der dritten Seite in die Augen. Und sorgt mindestens für ein Schmunzeln auf den Lippen, wenn nicht gar für ein herzhaftes Lachen: die wöchentliche Karikatur von Dieter Huthmacher. Nun sind ausgewählte Werke im Restaurant „Comedia“ zu sehen.

Auch wenn längst nicht jeder der oft mit spitzer Feder überzeichneten, humorig eingebundenen Charaktere mit seiner Darstellung glücklich ist, bedauert der Künstler und Kabarettist schelmisch grinsend diejenigen, die er noch nicht zu Papier gebracht hat. Obwohl, viele können das nicht sein in den sieben Jahren seines Wirkens als Zeitungskarikaturist in Pforzheim. Aus weit mehr als 300 Zeichnungen hat Dieter Huthmacher jetzt 30 ausgewählt, die im Restaurant „Comedia“ im Kulturhaus Osterfeld gezeigt werden.

Liebevoll durch den Kakao gezogen werden darin allen voran die Protagonisten der Lokalpolitik. Zuvorderst natürlich der amtierende Oberbürgermeister Peter Boch, der den Dampfer Pforzheim allzu oft durch stürmische Gewässer zu steuern hat. Auf Huthmachers Karikatur ist es dann aber doch mehr ein kleines Holzboot, in dem der OB sitzt, eine treffende Metapher zu den angeschlagenen Finanzen der Stadt und dem Haushalt, der gerade geplatzt war.

Ein paar Meter weiter erklärt die Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler den Innenstadtring, den, man glaubt es kaum, noch immer nicht alle Autofahrer begriffen haben und also gebührend wertschätzen. Und nochmal ein paar Meter weiter geht es um die nicht weniger heiß diskutierte Ornamenta und den Umbau der Innenstadt Ost. Nicht fehlen darf im heiteren Karikatur-Reigen auch die Polizeireform, die inzwischen die Reform von der Reform erfahren hat. Nicht nur in der Stadt, auch unter den Polizeibeamten selbst hat das von der Landespolitik erzeugte Hin und Her für Ratlosigkeit gesorgt. Dieter Huthmacher hat auch das zu Papier gebracht – zum Großteil übrigens seit Jahren mit treffend-ironischen Ergänzungen versehen vom inzwischen ehemaligen Lokalredakteur Stefan Dworschak, der sich der PZ und der Stadt immer noch verbunden fühlt.

Bei allem Spaß, es handele sich um „ernste Arbeit“, unterstrich der Karikaturist selbst bei der Eröffnung der Ausstellung. Gar nicht so leicht, sich „einmal in der Woche über die Vorgänge in der Stadt lustig zu machen“.

Den Wert dieser Zeichnungen für die Zeitung hob PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht hervor. Mit seinen Karikaturen lege Huthmacher, genauso wie die Redakteure mit ihrer seriösen Arbeit, „den Finger in die Wunde legen“, provozieren, Gesprächsstoff liefern. Und das alles mit jeder Menge Lokalkolorit. Bei aller Häme und Kritik, die den Gezeichneten zufällt, ist Schlecht sicher: „Wer es in die Karikaturen von Dieter Huthmacher schafft, der hat’s geschafft!“ Die Zeichnungen im „Comedia“ sind noch bis Ende Mai zu sehen.