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Pforzheim sendet Friedenszeichen – nicht nur wie hier beim Lichtermeer vor dem Rathaus am 23. Februar.  Foto: Ketterl 

Friedenswochen starten in Pforzheim mit Mix aus digitalen und analogen Angeboten

Pforzheim. Welche Gemeinsamkeiten haben unterschiedliche Religionen? Und wie sieht das Friedenspotenzial der Religionen aus? Um diese Fragen zu beantworten, veranstaltet der Rat der Religionen in diesem Jahr zum ersten mal die Pforzheimer Friedenswochen. Coronabedingt mussten einige geplante Veranstaltungen abgesagt, umdisponiert oder auf das nächste Jahr verschoben werden, beispielsweise die Verleihung des ersten Pforzheimer Friedenspreises. „Es war uns wichtig, trotz der widrigen Umstände Möglichkeiten und Wege zu finden, etwas zum Frieden beizutragen. Wir haben viele spannende Formate und Vorträge im Programm, das nächstes Jahr sicher noch umfangreicher ausfallen wird“, so Tobias Gfell, Dekanatsreferent der Katholischen Kirche Pforzheim und Sprecher des Rats der Religionen.

Auftakt und Mittelpunkt des Programms vom 9. bis 27. November bildet die Wanderausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“, die zunächst in der Hochschule, dann in der Herz-Jesu-Kirche zu sehen sein wird. Dort wird das gemeinsame Ethos von acht Weltreligionen und Philosophien sowie ethische Grundregeln für eine Welt in Frieden anschaulich vorgestellt.

Bereits im Frühjahr 2019, während des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkriegs, entstand die Idee der Friedenswochen mit Anregungen des Bündnisses Pforzheim nazifrei.

„Unsere Grundidee ist, dass wir als Religionsvertreter und Institutionen für Frieden miteinander durch Begegnung, Gespräche und Respekt etwas zum friedlichen Zusammenleben beitragen möchten“, so Christiane Quincke, Dekanin der Evangelischen Kirche in Pforzheim und Sprecherin des Rats der Religionen.

„Wir möchten auch Aufklärungsarbeit leisten, Vorurteile aus dem Weg räumen und Stellung beziehen“, so Hasan Akba von der Ahmadiyya-Gemeinde, der auch Sprecher des Rats ist. Er wird bei seinem Vortrag auch auf die Terroranschläge in Frankreich und Wien sowie die Folgen für den Islam und Islamfeindlichkeit eingehen. Neben verschiedenen Online-Veranstaltungen zu Religionsfreiheit, Gottesbezug in der Verfassung und neu gedachte Friedensszenarien sind auch zwei Präsenzveranstaltungen geplant: Ein Friedensgebet im Freien sowie ein ökumenischer Gottesdienst sollen aller Voraussicht nach unter strengen Hygienevorschriften stattfinden können.

  • Montag bis Sonntag, 9. bis 15. November: Die Wanderausstellung „Weltethos“ kann von außen an der Hochschule betrachtet werden.
  • Dienstag bis Freitag, 17. bis 27. November: Von 9 bis 18 Uhr ist die Wanderausstellung „Weltethos“ in der Herz-Jesu-Kirche zu sehen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
  • Dienstag, 10. November: Um 19 Uhr beginnt der Online-Vortrag des Friedensforschers Dr. Markus Weingardt zum Thema „Brandstifter oder Feuerwehr? Religionen zwischen Krieg und Frieden“ statt. Anmeldung unter fachforum@hs-pforzheim.de oder (07231) 286018.
  • Donnerstag, 12. November: Das Friedensgebet im Freien der Pax Christi-Gruppe startet um 18 Uhr im Blumenhof an der Barfüßerkirche. Nähere Infos bei Elisabeth Hauth, Pax Christi Pforzheim: (07231) 451259.
  • Mittwoch, 18. November: Um 13.30 Uhrfindet eine Online-Veranstaltung mit Professor Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule, und den Professoren Tobias Brönneke und Dirk Wentzel über Gottesbezug und Religionsfreiheit im Grundgesetz und dem Verfassungsauftrag zu Toleranz und Respekt statt. Anmeldung unter: fachforum@hs-pforzheim.de oder unter Telefon (07231) 286018.
  • Donnerstag, 19. November: Der als ungewöhnlicher Gottesdienst gestaltete Abend zum Jubiläum „50 Jahre Arbeitsgemeinschaft christlicher Gemeinden – Ökumenisch zum Frieden“ findet ab 19 Uhr in der St. Franziskuskirche, Franziskusstraße 1, statt. Anmeldung auf pastoralreferent@dekanat-pforzheim.de
  • Dienstag, 24. November: Ab 19 Uhr gibt es ein Online-Seminar zum Thema „Sicherheit neu denken – ist das möglich? Szenario bis zum Jahr 2040“ mit Stefan Maaß, Friedensbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden, und Leiter des Programms „Kirche des gerechten Friedens werden“. Anmeldung per E-Mail an mirzeta.haug@evkirche-pf.de
  • Freitag, 27. November: Die Online-Veranstaltung der Ahmadiyya-Gemeinde mit dem Titel „Allahu Akbar – Ein Kampfschrei oder Ruf zum Frieden?“ startet um 17 Uhr. Anmeldung und mehr Informationen unter ahmadiyya.pforzheim@gmail.com.