nach oben

Friseurinnung

Das gab es tatsächlich: Eine so genannte „Entwarnungsfrisur“. Bei der Hair-Revival-Show im Kupferdächle gestalten Friseure unter anderem Frisuren der 1940er und 1950er-Jahre. Foto: Tilo Keller
Das gab es tatsächlich: Eine so genannte „Entwarnungsfrisur“. Bei der Hair-Revival-Show im Kupferdächle gestalten Friseure unter anderem Frisuren der 1940er und 1950er-Jahre. Foto: Tilo Keller
13.11.2016

Friseur-Innung lässt bei Hair-Revival-Show Trends von früher auferstehen

Pforzheim. Trendfrisuren im Wandel der Zeit hat die Friseurinnung Pforzheim in einer Hair Revival Show auf die Bühne gebracht. Das neue Modefachbeiratsteam mit 13 Friseuren unter der Leitung von Enzo Scarpello hat im Kupferdächle eine abwechslungsreiche Show präsentiert und dabei passend zu verschiedenen Jahrzehnten viele Haarkreationen direkt auf der Bühne entstehen lassen.

„Im Alltag sieht man nur kurze, lange oder zusammengebundene Haare. Aber das ist nicht alles, was das friseurige Repertoire umfasst“, begrüßte Obermeisterin Nuray Aydin die Besucher im vollbesetzten Saal und stellte eine Show mit kreativen Formen, Farben und Make-ups in Aussicht. Friseurmeister Reimund Kristof aus Schellbronn übernahm die Moderation des Abends.

In den 1920ern fallen die Locken

„Beginnen wir mit den goldenen 20er Jahren“, kündigte er an. Die Zuhörer erfuhren, dass in dieser Zeit die „Haare fielen“ und sich der Kurzhaarschnitt für die Damen durchsetzte. „Der Bubikopf war geboren“, erklärte Kristof. „Friseure wissen – ohne diesen geht es nicht.“ Nach dieser kurzen Einführung präsentierten sich zwei fertig gestylte Frisurenmodelle auf dem roten Teppich im Saal. Auf der Bühne ließen die Friseure vier weitere Frisuren, angelehnt an die 1920er und 1930er Jahre, entstehen. Es wurde toupiert, gesteckt und mit Haarspray fixiert, bis auch diese Modelle über den roten Teppich spazierten. Danach waren die 1940er und 1950er Jahre dran. Die Zuschauer erfuhren, dass es damals tatsächlich eine sogenannte „Entwarnungsfrisur“ gegeben hat.

Trockenhaube und Dauerwelle

Außerdem wurde zu dieser Zeit die Röhrentrockenhaube erfunden. Auch die Dauerwelle war populär. Bei den Männern hingegen kam die „Mecki“ genannte Kurzhaarfrisur in Mode. Das Friseurteam ließ weitere Frisuren passend zu beiden Jahrzehnten entstehen, die auch ideal zum Petticoat passten. Als die 1960er und 1970er Jahre folgten, wurden die Haare wieder länger. „Langsam entwickelte sich Flower Power, erinnerte Kristof. „Die Frisuren der Damen wurden oftmals nur glatt gefönt und bei den Herren setzte sich der Pilzkopf der Beatles durch.“ Im nächsten Durchgang waren die 1980er und 1990er Jahre dran. Kristof erinnerte an die Frisuren der Punks, die in abgeschwächter Form auch außerhalb der Bewegung getragen wurden. Zuletzt ging es um die Frisurenmode ab dem Jahrtausendwechsel. „Die Dauerwelle verschwindet fast vollends aus den Friseurläden, dafür kommt die Strähnchentechnik“, stellte der Moderator fest. Auf der Bühne entstanden dazu auch wahre Kunstwerke, die nicht gerade alltagstauglich waren, wie ein beleuchtetes Haarobjekt oder der überdimensionale helmartige Haaraufsatz, die alle Blicke auf sich zogen. Künstlerisch auch die filigrane Bartrasur und die Flechtfrisur bei den beiden männlichen Models.

Umrahmt wurde die gelungene Veranstaltung von den Tanzeinlagen der Showtanzgruppe des Fritz-Erler-Gymnasiums. Die Schüler aus den Klassen 12 und 13 ließen in drei Auftritten den Flair vergangener Jahrzehnte aufleben.