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26.01.2013

Für die Narren wird OB Hager zum Gärtner

Pforzheim. Er hatte ohnehin keine Chance: Ohne große Gegenwehr hat Oberbürgermeister Gert Hager am Samstag das Pforzheimer Rathaus geräumt. Die Narren übernahmen mit Getöse das Zepter. Hager gab klein bei und will in den närrischen Tagen als Gärtner Gert Fritz in der Goldstadt für blühende Landschaften sorgen.

Bildergalerie: Narrensturm auf Pforzheimer Rathaus

"Grausame Barbara II" heißt die Kanone, mit deren Donnerhall die Karnevalsgesellschaft (KgHo) ihrer Forderung um Machtübernahme Nachdruck verlieh. Weit mehr als 100 Narren verschiedener Gruppen, darunter die Pforzheimer Faschingsgesellschaft, die Belrem-Gilde, die Stadtgarde, die Gesellschaft Silesia, die Kräheneck-Hexen, zahlreiche Tiefenbronner Narren und sogar eine Abordnung der Zunft „Die Luxe“ aus Altlußheim, enterten am Samstagvormittag den Verwaltungssitz. Andrea Leuze und Marco Nonnenmacher von der närrischen Bundespolizei riefen zu sittsamem Verhalten auf („Röcke, kürzer als bis zu den Knien, sind umgehend auszuziehen“) und begründeten den Haftbefehl für Hager („Es wird Ihnen zur Last gelegt, dass ganz Pforzheim nur noch Schlange steht“). Nicht nur die zahlreichen Dauerbaustellen in der Goldstadt nahmen die Redner aufs Korn.

In kariertem Hemd und grüner Latzhose – Gummistiefel an den Füßen, ein mit Sonnenblumen verzierter Strohhut auf dem Kopf und eine Gießkanne in der Hand – sprach Hager als „Gert Fritz“ zum närrischen Volk: „Ich bin der Gärtner von der Stadt, die so viel Bäum’ und Wiesen hat.“ Auch er setzte Spitzen, etwa in Richtung der FDP-Fraktion, die sich bei der Suche nach einem Nachrücker schwertut: "Wenn ein Stadtrat nicht mehr kann oder will, wird es bei mancher Liste ganz schön still.“Claudius Erb