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Die Miniaturobjekte locken zahlreiche Gäste zu den Eisenbahntagen im Weißensteiner Bahnhof.  Foto: Meister 

Für viele Besucher wird Kindheitstraum wahr: Modelle auf Schienen bannen die Blicke im Bahnhof Weißenstein

Pforzheim. „Bereits in meiner Kindheit hat mich der Virus Modelleisenbahn infiziert“, schwärmt Andreas Richter von den Eisenbahnfreunden Pforzheim. So fasziniert wie Richter sind die meisten der gut 2500 Besucher bei den Eisenbahntagen im Bahnhof Weißenstein. In sämtlichen Bereichen des historischen Bahnhofskomplexes bieten die Eisenbahnfreude über dieses lange Wochenende einzigartige Einblicke in die Welt der Modelleisenbahnen.

Wie in einer anderen Welt

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Freude und das Staunen bei zahlreichen Gästen in den Gesichtern zu sehen ist. „Sobald man die Schwelle der Tür überschreitet, ist man in einer anderen Welt“, zeigt sich Michael Feiler aus Leonberg beeindruckt. Als großer Höhepunkt entpuppt sich ein 19 Meter langer und sechs Meter breiter Nachbau des Waiblinger Bahnhofs. Am Nachbau arbeitet der Modellbahnclub Waiblingen bereits seit 1998. In mühsamer und filigraner Kleinarbeit sind über die Jahre imposante Eigenfertigungen der originalen Verhältnisse entstanden. In den kommenden Jahren sollen Teile der Waiblinger Altstadt in den Komplex einfließen.

Auch in den restlichen Räumen kommen die Eisenbahnromantiker auf ihre Kosten. Angefangen von der historischen Tischbahn, der Vereinsanlage und den Besonderheiten des Weißensteiner Bahnhofs in den 1920er-Jahren erhalten die Besucher ein breites Portfolio. Unter den Eisenbahn-Enthusiasten zählen die leistungsstarken „Krokodile“ als echtes Meisterwerk. Über viele Jahre kam die Lokomotive am Gotthard-Pass zum Einsatz. Mit viel Leidenschaft widmet ihr Horst Rothfuß von den Eisenbahnfreunden Pforzheim eine Sonderausstellung. Er hat sich zum 100-jährigen Bestehen des „Krokodils“ durch zahlreiche Fachbücher gewälzt.

Dass das Hobby Modelleisenbahn keinesfalls mit einem verstauben Image gleichzusetzen ist, beweist die Jugendgruppe der Eisenbahnfreunde. „Die Jungen zeigen uns, was mit der Digitalisierung alles möglich ist“, freut sich Richter. Für den Nachwuchs sei es längst normal, die Lokomotiven über Laptop oder Smartphone zu steuern. Ohnehin zeigt sich bei den Eisenbahntagen ein junges Publikum. In einem Workshop können sich die kleinen Gäste als Modell- und Landschaftsbauer austoben. Mit Flugblättern hat der Verein im Vorfeld in Schulen und Kindergärten für die Veranstaltung geworben. „Als Verein ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen“, betont Richter. Abgerundet werden die vom vergangenen Samstag bis zum gestrigen Dreikönigstag andauernden Eisenbahntage mit Flohmarkt, Tombola und vielseitigem kulinarischem Angebot.