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24.12.2008

„Fürchtet Euch nicht“ – Dekan Hendrik Stössel zum Thema Weihnachtsbotschaft

Weihnachten, das sind volle Kaufhäuser und volle Kirchen. Doch während hier der Trubel regiert, alle Sinne verführerisch gereizt werden sollen, wird dort eher die Besinnung, die Ruhe gesucht. Und irgendwo dazwischen hat das Weihnachtsfest eine ganz besondere Bedeutung. Für jeden einzelnen Menschen. PZ-news sprach darüber mit Hendrik Stössel, Dekan der Evangelischen Kirche in Pforzheim.

Angesichts der jüngsten und von vielen eher ungläubig aufgenommenen Ankündigung von Politikerseite, Menschen, die keine Kirchensteuer zahlen, sollten das Angebot der nach wie vor gratis gehaltenen Weihnachtsgottesdienste nicht nutzen, kann Stössel nur lächeln. Wer in seine Kirche kommen will, ist willkommen. Jeder, der Gottes Wort sucht. Ohne Ausnahme. Nicht anders war es auch vor rund 2000 Jahren. Da kamen schließlich auch die seltsamsten und nicht unbedingt angesehensten Menschen, um das Weihnachtswunder im ärmlichen Stall zu bestaunen. Das war bestimmt auch eine bunte Truppe. Gut möglich, dass da welche dabei waren, die nicht den vollen Obulus an Staat und Religionsgemeinschaft gezahlt haben.

„Fürchtet Euch nicht“ – diese frohe Botschaft, die mit Christi Geburt verbunden ist und als ein zentrales Weihnachtsmotiv gelten darf, müsse man für sich, so Stössel, immer wieder suchen und erfahren, um dem Geheimnis von Weihnachten auf die Spur zu kommen.

Für einen Pfarrer bedeuten diese Tage zunächst aber auch Arbeit. Gleich mehrere Gottesdienste gilt es zu feiern, aber der Dekan sieht das eher als positiven Stress. Und da erinnert er wieder an die Hirten der biblischen Erzählung von der Geburt Jesu, die wohl auch ziemlich Stress gehabt hätten, als sie zu später Stunde vom Feld nach Bethlehem und wieder zurück gelaufen wären. Aber die Mühe hätte sich für sie gelohnt. Das Erleben der Weihnachtsbotschaft hätte für alles entschädigt.