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18.06.2009

Gas-Alarm in der Brauerei Ketterer

PFORZHEIM. Stechend riechendes Ammoniak-Gas ist am Donnerstag in der Brauerei „Ketterer“ aus einer defekten Kühlanlage geströmt. Zwei Mitarbeiter wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Beschäftigte der Brauerei Ketterer haben die Feuerwehrleitstelle um 5.29 Uhr über einen Ammoniakaustritt im Betrieb an der Jahnstraße verständigt. Die Wachschicht der Berufsfeuerwehr und freiwillige Kräfte des Löschzuges Weststadt/Brötzingen rückten mit Spezialfahrzeugen an. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde ein spezieller Gerätewagen nachgefordert, da der betroffene Bereich nur mit Atemschutzgeräten betreten werden konnte. Von der Feuerwehr waren 25 Männer und Frauen eingesetzt, die die Mitarbeiter einer Fachfirma auch nach Ende des Einsatzes bei der Belüftung unterstützten.

Schadstelle an Kompressor

Die Wehrmänner stellten in einem Technikraum massiven Ammoniakgeruch fest. Aufgrund der komplizierten Technik sowie der beengten Verhältnisse konnten die Helfer den Produktaustritt erst nach einer Dreiviertelstunde stoppen; die Schadstelle wurde an einem der Kompressoren ermittelt. Bis 7.15 Uhr arbeitete das Expertenteam, ausgestattet mit Chemikalienschutzanzügen, im Innenbereich. Parallel hierzu erfolgten laufend Konzentrationsmessungen und der Bereich wurde gelüftet.

Nach Angaben der Feuerwehr sei die Nachbarschaft von dem Produktaustritt nicht betroffen gewesen und es habe auch keine diesbezüglichen Anrufe aus der Bevölkerung gegeben. Ebenso sei der Straßenverkehr im dortigen Baustellenbereich durch den Feuerwehreinsatz nicht beeinträchtigt worden.

„Zwischenfall unerklärlich“

Zwei Beschäftigte der Firma seien vom Rettungsdienst vorsorglich in ein Krankenhaus eingewiesen worden. „Für mich ist es unerklärlich, wie der Zwischenfall zustande gekommen ist. Unsere neue Anlage haben wir erst vor drei Wochen in Betrieb genommen, der TÜV hat ohne Beanstandung die Technik abgenommen. Möglicherweise kommt ein Materialfehler als Auslöser des Zwischenfalls in Frage“, betont Geschäftsführer Michael Ketterer auf PZ-Anfrage. Die Brauerei treffe keine Schuld, so Ketterer, der sich zur Zeit auf einer Tagung befindet.