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Ehrung für langjähriges Engagement für die Kolpingarbeit: Dekan Bernhard Ihle mit Siegfried Bröer, Karl Waidelich und Bernhard Brodbeck (von links). Foto: Privat
Ehrung für langjähriges Engagement für die Kolpingarbeit: Dekan Bernhard Ihle mit Siegfried Bröer, Karl Waidelich und Bernhard Brodbeck (von links). Foto: Privat
03.01.2016

Gedenken an Adolph Kolping: Tätige Liebe in Zeiten der Not

Pforzheim. Die Spuren Adolph Kolpings, der als Seelsorger, Schriftsteller und Realpolitiker wirkte, sind bis in die Gegenwart erhalten. Alljährlich versammelt sich die Pforzheimer Kolpingfamilie, um seiner zu gedenken.Dekan Bernhard Ihle wies bereits beim Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche auf die Persönlichkeit des am 4. Dezember 1865 Verstorbenen hin, der mit seinen Gedanken und seinen Taten auch in die heutige Zeit mit den vielen Menschen, die unter schwierigen Bedingungen ihren Weg nach Europa antreten, passen würde.

Nach dem Gottesdienst hatten wieder flinke Hände die Tische im Kolpinghaus geschmückt. Ihle zog Bilanz zur Entwicklung des Kolpinghauses, das sich inzwischen zu einer wichtigen Anlaufstelle für Flüchtlingen bei den Deutschkursen entwickelt hat. Er lobte die lange Treue zur Gemeinschaft und dankte alle Aktiven, die sich in die Kolpingarbeit das Jahr über einbringen, ehe Karl Waidelich für 65 Jahre Treue zu Kolping und Siegfried Bröer für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft eine entsprechende Ehrung erfuhren. Josef Thomas, ebenfalls seit 65 Jahren Teil der Kolpingfamilie, konnte wegen Erkrankung nicht dabei sein.

Sorge um die Schwachen

In seiner Rede zum Gedenktag ging der Vorsitzende Bernhard Brodbeck auf ein Zitat Adolph Kolpings ein: „Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte mehren den Schmerz.“ Dies waren seine Leitworte und danach lebte er. Er erkannte die Nöte seiner Zeit, ging auf die Menschen zu und kümmerte sich besonders um die Familien, die Berufstätigen, um die Wandergesellen, die mit wenigen Habseligkeiten und ohne Heimat unterwegs waren.

„Wenn wir heute Politik auf den Prüfstand stellen, geht es uns um die gleichen Werte, die auch Kolping geleitet haben, um den Wert der Familie als Lernort des Lebens und des Glaubens, um ein umfassendes Bildungsangebot, um die Integration und Unterstützung der Schwachen und den Schutz menschlichen Lebens, der Natur und der Schöpfung“, so Brodbeck. „Gehen wir demütigen Herzens und frischen Mutes ans Werk und lassen, während wir nur Holz beitragen, Gott kochen“, schloss er mit einem Kolping-Wort. Danach dankte er den guten Hausgeistern Rosa Brodbeck, Elisabeth Bröer und Sieglinde Rack, ehe das Kolpinglied den Abschluss bildete.