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Über den Balkon drangen Einbrecher bei Erna K. ein. Anders als der Mann auf diesem Symbolfoto hatten sie kein Stemmeisen dabei, sondern hantierten an den Schließzylindern. Foto: dpa
Über den Balkon drangen Einbrecher bei Erna K. ein. Anders als der Mann auf diesem Symbolfoto hatten sie kein Stemmeisen dabei, sondern hantierten an den Schließzylindern. Foto: dpa
28.10.2016

Gefesselt, geschlagen, beraubt: Pforzheimerin Opfer von Einbrechern

Pforzheim/Enzkreis. Herbst- und Winterzeit ist Einbruchszeit: Das Polizeipräsidium hat vor Einbrechern gewarnt und an die Bevölkerung appelliert, aufmerksam zu sein. Wenn die Kriminellen auf Bewohner stoßen, suchen sie zwar oft das Weite – aber nicht immer: Mitte Oktober schlugen zwei Einbrecher brutal auf eine 77-Jährige ein. Der PZ erzählte die Pforzheimerin ihre Geschichte.

„Wo soll ich denn hin – in meinem Alter?“, fragt Erna K. (Name geändert). Sie wird bald 80, ist in Mühlacker geboren und aufgewachsen, in Pforzheim auf die Höhere Handelsschule gegangen, hat fast ein ganzes Leben hier gewohnt, in den 1960er-Jahren ein Mehrfamilienhaus gebaut. Erna K. wurde vor zwei Jahren nicht nur Opfer eines Einbruchs. Sie wurde auch von den Tätern brutal zusammengeschlagen – etwas, das selten vorkommt.

Es ist gegen 21.30 Uhr, als die damals 77-Jährige nach Hause kommt, nur mal eben kurz auf dem Sofa im Wohnzimmer abliegt – und einschläft. Geweckt wird sie urplötzlich durch zwei „Riesenschläge“, wie sie sagt. Erna K. steht auf, wankt schlaftrunken in die Küche, lässt das Licht aus, öffnet die Balkontür auf der Nordseite einen Spalt – und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. „Plötzlich waren sie zu zweit“, erinnert sich Erna K. Sie werfen sie zu Boden, der eine kniet auf den Beinen, der andere auf ihrem Brustkorb. Sie fesseln die Seniorin mit Kabelbindern an Händen und Füßen. Die Rentnerin ruft unwillkürlich „Hilfe“ – und bekommt einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Später wird dies noch einmal geschehen – mit dem Ergebnis, dass man ihr die Zähne einschlägt und sie drei Nasenbeinbrüche erleidet.

Sie hat Diabetes und nur 29 Prozent der normalen Herzleistung. Später, als alles vorbei ist, wird sie einen Schlaganfall erleiden.

Eine Dreiviertelstunde dauert es, bis Erna K. den scheuernden Kabelbinder um die Handgelenke gelockert hat. Später kann sie die Feuerwehr rufen. Sie solle das Haus verkaufen, raten Tochter und Cousine. Erna K. aber will bleiben. Die Täter sind bis heute nicht gefasst.

Mehr über diesen tragischen Fall lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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