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Wie die Staatsanwaltschaft Mannheim meldet, wurde der aus dem Strafvollzug geflüchtete ehemalige Pforzheimer Goldhändler Hans S. in einem Waldstück im Gewann Schönbiegel beim Viehweg und nahe der Dietlinger Straße gefunden.
Staatsanwalt: Geflüchteter Goldhändler tot in Pforzheim gefunden © Ketterl
07.01.2015

Geflüchteter Goldhändler: Todesursache vermutlich Schlaftabletten

Der seit dem 7. Dezember nach einm Wochenendurlaub aus der Justizvollzugsanstalt Ulm geflüchtete ehemalige Pforzheimer Goldhändler Hans S. (Name geändert) scheint am Dienstagnachmittag von einem Spaziergänger in einem Waldstück bei Pforzheim tot aufgefunden worden zu sein. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen durch das Kriminalkommissariat Pforzheim soll er, so die Staatsanwaltschaft Mannheim, eine Überdosis Schlaftabletten geschluckt haben.

Noch scheint es nicht hundertprozentig sicher zu sein, ob es sich bei dem Verstorbenen um den im März 2014 vom Landgericht Mannheim wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten verurteilten Hans. S. handelt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf PZ-news-Anfrage erklärte. Das Todesermittlungsverfahren wird von der Staatsanwaltschaft Pforzheim geführt.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen des Kriminalkommissariats Pforzheim ging der 55 Jahre alte Mann bereits am Wochenende seines Verschwindens in suizidaler Absicht in das Waldgebiet südlich der Wilferdinger Höhe und nördlich der Dietlinger Straße im Gewann Schönbiegel, nahe des Viehwegs und des Waldsportpfads. Neben ihm wurden leere Tablettenstreifen und eine angebrochene Flasche Alkohol aufgefunden. Aufgrund der Bekleidung und vor Ort erlangten Erkenntnissen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Gesuchten. Eine zweifelsfreie Identifizierung erhoffen sich die Ermittler über die noch ausstehende Obduktion.

Hans S. stand im Frühjahr wegen Steuerhinterziehung von 28 Millionen Euro vor Gericht. Durch Anrechnung der einjährigen Untersuchungshaft hatte der 55-Jährige die Möglichkeit zu Hafturlauben eingeräumt bekommen und gute Chancen, im September 2015 auf freien Fuß zu kommen.

Unklar war nach seiner Flucht, ob er die Ankündigung wahrmachen wollte, sich etwas anzutun, oder ob er sich absetzen wollte. In Polizeikreisen wurde angesichts der verstrichenen Zeit offenbar die zweite Möglichkeit für wahrscheinlicher gehalten. Mit einem Großaufgebot an Polizeikräften und Suchhunden wurde nach seiner Flucht rund um die Wilferdinger Höhe nach dem Ex-Goldhändler gesucht. Ein Hubschrauber kreiste lange über dem Gewerbegebiet, suchte entlang der Autobahn und auch in Richtung Hauptfriedhof. Von dem Vermissten wurde zwar das Handy geortet, jedoch konnte er nicht in der entsprechenden Gegend angetroffen werden. Mit Suchhunden wurden alle Straßen auf der Wilferdinger Höhe abgesucht, jedoch gab es keine Spur zu Hans S.

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