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Klaus Frey, Vorsitzender des Ältestenkreises, öffnet im Dillweißensteiner Gemeindezentrum am Ludwigsplatz die 67 Jahre alte Metallkapsel, die bei den Umbaumaßnahmen an der evangelischen Heilig-Geist-Kirche gefunden wurde. Kirchenältester Frank Berger hält den historischen Moment mit dem Handy fest. Foto: Falk
Klaus Frey, Vorsitzender des Ältestenkreises, öffnet im Dillweißensteiner Gemeindezentrum am Ludwigsplatz die 67 Jahre alte Metallkapsel, die bei den Umbaumaßnahmen an der evangelischen Heilig-Geist-Kirche gefunden wurde. Kirchenältester Frank Berger hält den historischen Moment mit dem Handy fest. Foto: Falk
04.02.2018

Geheimnis der Metallkapsel aus Dillweißensteiner Kirche gelüftet

Pforzheim. Gebannt haben sich am Sonntagmorgen alle Augenpaare im evangelischen Gemeindezentrum am Ludwigsplatz auf Frank Berger und Klaus Frey gerichtet: Die beiden Kirchenältesten öffneten während des Gottesdienstes die geheimnisvolle Metallkapsel, die im Zuge der Umbaumaßnahmen für das Gotteshaus unter dem Altarsockel gefunden wurde. „Diese Kapseln gibt es immer wieder bei der Grundsteinlegung von öffentlichen Gebäuden“, so Berger: „Aber dass sie gefunden und geöffnet werden, das ist etwas ganz Besonderes.“

Historische Nachweise der vergangenen Zeiten, wie etwa eine Tageszeitung vom Datum der Grundsteinlegung, werden für gewöhnlich in solche Kapseln getan. In Dillweißenstein waren alte D-Mark-Münzen darin verstaut – und ein Dokument, das von der Situation im Jahre 1951 erzählt. Damals, an Heiligabend des Jahres 1944, war die Kirche im zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstört worden. Tatkräftig bauten die Dillweißensteiner ihr Gotteshaus wieder auf und vergruben die Kapsel 1951 unter dem Sockel des Altars.

Heute, 67 Jahre später, hat eine neue Generation Gläubiger im Stadtteil die Metallkapsel entdeckt. Seit August 2017 packen nun rund 50 Ehrenamtliche bei der Renovierung der Heilig-Geist-Kirche kräftig mit an. Im Zuge der Umbaumaßnahmen soll auch die Kapsel wieder ihren Weg zum Altar finden: Zusammen mit einer zweiten soll sie hinter der Seitenwand des Opfertisches ihren Platz haben. Mit ihrer eigenen Metallkapsel wollen die Dillweißensteiner, wie ihre Vorgänger vor 67 Jahren, Spuren hinterlassen. Noch stehe nicht fest, was darin verstaut werden soll, so Kirchenältester Berger. Die Frage sei nun: „Was soll bleiben und was wollen wir über uns und die heutige Zeit mitteilen?“

Mut und Zeitgeist

Pfarrer Theo Leonhard ging in seiner Predigt ebenfalls auf das Thema ein. Die wichtigste Mitteilung für ihn ist: „Die Menschen haben von Jesus gelebt, jeden Morgen frisch und neu.“ Die nachfolgenden Generationen sollten das Kompliment aussprechen, dass die Dillweißensteiner im Jahre 2018 auf der Höhe der Zeit waren und Mut in ihren Entscheidungen bewiesen haben.