nach oben
Geht in Pforzheim wieder ein Feuerteufel um? © Meyer
04.10.2012

Geht in Pforzheim wieder ein Feuerteufel um?

Pforzheim. Nach einem Kellerbrand in der Nacht auf Donnerstag in der Gymnasiumstraße in Pforzheim sind zwei Personen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie hatten durch das Feuer Rauchgas inhaliert. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand geht die Polizei von einer Brandstiftung aus. Es könnte auch ein Zusammenhang zu fünf Kleinbränden in der näheren Umgebung geben, bei denen kurz zuvor unbekannte Täter Altpapier und Kartonagen entzündet hatten.

Bildergalerie: Nach Brand in Gymnasiumstraße drei Menschen im Krankenhaus

Die Gymnasiumstraße ist in den vergangenen Jahren auch immer wieder ins Visier von Brandstiftern gerückt. Im April 2008 hatte in ebenfalls in der Pforzheimer Gymnasiumstraße eine spektakuläre Brandstiftung für Aufsehen gesorgt. Ein 25-Jähriger hatte damals Unrat im Keller angezündet, weil dieser ihn gestört hatte. Elf Menschen waren durch die Rauchgasentwicklung verletzt worden. 40 Hausbewohner mussten von der Feuerwehr über Leitern gerettet werden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 130.000 Euro. Der Mann war zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Und auch der so genannte Feuerteufel, der im Sommer 2009 die Pforzheimer Feuerwehr über Wochen mit Brandstiftungen in Atem hielt, machte vor der Gymnasiumstraße nicht Halt. Dort entzündete er ein Motorrad. Insgesamt soll der Brandstifter, ein zur Tatzeit 50 Jahre alter Mann aus Birkenfeld, elf Brände gelegt haben. Das Gericht hatte im Jahr 2010 die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.

Das Feuer in der Nacht zum Donnerstag war gegen 3 Uhr ausgebrochen, gegen fünf Uhr war der Einsatz beendet. Als der Löschzug der Pforzheimer Berufsfeuerwehr sieben Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintraf, hatten die 18 Bewohner des Mehrfamilienhauses nach Angaben der Feuerwehr das Gebäude bereits verlassen.

Da sich der Brand aufgrund geöffneter Türen in den Treppenraum ausbreiten konnte, mussten zwei Personen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, die anderen Bewohner wurden von der Feuerwehr und dem DRK betreut.

Die Brandbekämpfung war wegen der starken Verrauchung und der Bildung von Wasserdampf erschwert. Aus einer defekten Leitung austretendes Wasser verdampfte in Folge des Brandes, durch diesen heißen Wasserdampf konnten die Feuerwehrleute trotz Wärmebildkameras praktisch nichts sehen. Mehre Trupps unter Atemschutz konnten das Feuer nach rund einer Stunde löschen, die Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten noch bis 5:30 Uhr.

Durch die Brandeinwirkung wurden die Wasser- und Stromversorgung des Hauses stark beschädigt.

Die Feuerwehr Pforzheim war mit rund 60 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und den Abteilungen Eutingen, Haidach, Brötzingen-Weststadt und Dillweißenstein der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Am Donnerstagmorgen nahmen Beamte der Kriminaltechnik der Polizeidirektion Pforzheim die Spurensuche auf. Auch wenn die Polizei von Brandstiftung ausgehe, könne eine technische Ursache nicht ausgeschlossen werden.

Vor dem Kellerbrand war die Feuerwehr zu mehreren Bränden gerufen worden. Um 0.07 Uhr wurde vor einem Anwesen in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 17 festgestellt, dass zwei Kartonagen an zwei voneinander entfernten Stellen in Brand geraten waren. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, ohne dass ein Schaden entstand. Um 0.58 Uhr wurden erneut vor dem Anwesen Westliche 16 zwei Kartonagen Altpapier in Brand gesetzt. Die Gebäudefassade wurde in Mitleidenschaft gezogen, auch drang Rauch in einzelne Räumlichkeiten ein. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Um 2.26 Uhr wurden die Rettungskräfte in die Östliche 82 gerufen. Vor dem dortigen Anwesen wurde ebenso Altpapier in Brand gesetzt. Der Gebäudeschaden beträgt rund 5000 Euro. Die Polizei fahndete im betroffenen Bereich und führte verschiedene Kontrollen durch. Bis jetzt blieb die Fahndung ohne Erfolg.

Leserkommentare (0)