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In den nächsten Wochen sind Autofahrer zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Erstklässler, zum Teil erkennbar an den gelben Mützen, bewegen sich noch unsicher im Straßenverkehr.
In den nächsten Wochen sind Autofahrer zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Erstklässler, zum Teil erkennbar an den gelben Mützen, bewegen sich noch unsicher im Straßenverkehr. © dpa
05.09.2012

Gelbe Mützen mahnen Autofahrer zur Vorsicht

In den nächsten Tagen ändert sich für den Autofahrer das zuletzt vertraut gewordene Bild auf dem Weg zur Arbeit: Nach Ferienende trifft er auf mehr Verkehr – aber auch mehr Kinder. Etliche davon werden gelbe Mützen tragen und damit zur Vorsicht mahnen, denn diese Erstklässler sind den Anforderungen des Straßenverkehrs oft noch nicht gewachsen. Im Jahr 2011 ereigneten sich auf den Straßen in Pforzheim und im Enzkreis 107 Kinderunfälle mit Kindern im Alter bis 13 Jahren.

45 dieser Unfälle gab es in Pforzheim, 62 im Enzkreis. Dabei wurden 32 Kinder (15 in Pforzheim, 17 im Enzkreis) schwer verletzt. Mit leichten Verletzungen kamen 73 Kinder (36 in Pforzheim, 37 im Enzkreis) davon. 47 Prozent, also fast die Hälfte der verletzten Kinder, verunglückten als Mitfahrer (49), zumeist im Auto, 37 als Fußgänger, 18 als Radfahrer.

Im Schuljahr 2011/2012 wurden 15 Schulwegunfälle mit Kindern bis 13 Jahren polizeilich aufgenommen (6 in Pforzheim, 9 im Enzkreis). Dabei wurden 4 Kinder schwer und 11 Kinder leicht verletzt. Und: 4 Unfälle ereigneten sich im Bereich von Bushaltestellen. In 3 Fällen wollten die Schüler hinter einem Bus hervor die Fahrbahn überqueren. Drängeleien wie im Vorjahr spielten in diesem Jahr keine Rolle.

3 Unfälle ereigneten sich an Fußgängerfurten mit Ampel und 3 an Fußgängerüberwegen. Bei den Unfällen an den Fußgängerüberwegen wurde in zwei Fällen Sonnenblendung geltend gemacht, bei einem Unfall an einer Fußgängerfurt war die Windschutzscheibe des Pkw beschlagen.

Unfälle mit Kindern als Insassen im Auto werden bei den Schulwegunfällen nicht separat erfasst. Es ist jedoch laut Polizei davon auszugehen, dass sich viele Unfälle auf der Fahrt zur oder von der Schule ereignen. Hier sind die Eltern selbst gefordert, ihre Kinder durch Nutzung geeigneter Kindersitze zu schützen.

Ohne Kindersitz entspricht ein Aufprall mit 50 Stundenkilometer einem Sturz aus dem dritten Stock auf Beton. Selbst ein Aufprall mit 15 Stundenkilometern kann für Kinder ohne Kindersitz bereits tödlich sein. Wenn die Kleinen nicht ordnungsgemäß angeschnallt sind, haben sie ein siebenfach höheres Risiko tödlicher oder schwerster Unfallverletzungen.