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Bürgermeister Alexander Uhlig (Zweiter von links) präsentiert auf dem Dach der Pforzheimer Südstadtschule die Solaranlage, die hilft, den Stromverbrauch der Schule durch selbst eingespeisten Strom zu senken.
Bürgermeister Alexander Uhlig (Zweiter von links) präsentiert auf dem Dach der Pforzheimer Südstadtschule die Solaranlage, die hilft, den Stromverbrauch der Schule durch selbst eingespeisten Strom zu senken. © Seibel
13.04.2011

Geld investiert und gespart: Schulen als Solarkraftwerke

PFORZHEIM. Wenn die Sonne lacht, hat auch Bürgermeister Alexander Uhlig einen Grund zum Strahlen. Dann nämlich produzieren vier Pforzheimer Schulen fleißig Strom, was wiederum dazu beiträgt, das Loch in der Stadtkasse nicht noch weiter zu vergrößern. Möglich gemacht haben es Investitionen im Zuge des Konjunkturpakets II, bei denen auf der Schanz-, Südstadt-, Sonnenhof- und Weiherbergschule Fotovoltaik-Anlagen errichtet wurden.

Deren erzeugter Strom wird primär in den jeweiligen Schulen verbraucht. Erst der Überschuss fließt ins allgemeine Stromnetz. Bürgermeister Uhlig hat diese FotovoltaikAnlagen am Mittwoch in einem Pressetermin an der Südstadtschule vorgestellt.

Mit der Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom Sommer 2010 will die Bundesregierung die dezentrale Stromversorgung von Gebäuden fördern. So wird jede Kilowattstunde gefördert, die in der Schule erzeugt, verbraucht und nicht eingespeist wird. Für die in der Schule verbrauchte Menge an Solarstrom erhält der Betreiber circa 19 Cent pro Kilowattstunde. Da nicht aller Strom selbst genutzt werden kann (zum Beispiel in den Sommerferien) wird auch in das öffentliche Netz eingespeist. Hier erhält der Betreiber der Anlage für jede eingespeiste Kilowattstunde 27 Cent pro Kilowattstunde.

„Wir gehen von mehr als 45 Prozent Eigenverbrauch aus, da die Schulen ‚tagaktiv’ sind“, erklärt Uhlig dazu. Somit würden zwei Vorteile erreicht: „Wir bekommen den Eigenverbrauch gefördert und brauchen ihn nicht vom Energieversorger beziehen“, so Uhlig. Und: „Mit den insgesamt circa 129.238 Kilowattstunden Jahresertrag unserer Anlagen werden wir die Umwelt um circa 36,7 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr entlasten.“ Beim derzeitigen Strom-Mix in Baden-Württemberg würden immerhin 130 Gramm radioaktiver Abfall im Jahr vermieden, unterstreicht der Bürgermeister außerdem.

Die Anlagenkosten belaufen sich insgesamt auf etwa 375.000 Euro. Der Anteil der Stadt Pforzheim beträgt dabei etwa 100.000 Euro. Nach Aussagen von Wirtschaftsexperten liegt die Kapitalrendite bei eigenen Fotovoltaikanlagen bei rund sechs Prozent. pm/tok

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