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Nach einem Telefonanruf von einem falschen Kripobeamten hat eine Pforzheimer Seniorin Geld in einer Tasche vor ihre Wohnungstür gehängt. Das ist nun spurlos verschwunden.
Nach einem Telefonanruf von einem falschen Kripobeamten hat eine Pforzheimer Seniorin Geld in einer Tasche vor ihre Wohnungstür gehängt. Das ist nun spurlos verschwunden. © Symbolbild: Röckinger
29.09.2014

Geld und Schmuck vor Türe deponiert: Trickbetrüger greifen zu

Pforzheim, Calw, Karlsruhe. Dreiste Trickbetrüger, die sich als Kripo-Beamte ausgaben, haben am Freitag von zwei Pforzheimer Seniorinnen jeweils mehrere zehntausend Euro ergaunert.

Eine 73-jährige Pforzheimerin erhielt am Freitagnachmittag einen Anruf von einem angeblichen Kripo-Beamten aus Wiesbaden. Dieser gab an, über ein Geständnis erfahren zu haben, dass im Laufe des Tages ein Einbruch in ihrer Wohnung verübt wird. Um ihr Hab und Gut zu schützen, hat der angebliche Beamte die Frau aufgefordert, ihr gesamtes Bargeld in eine Tasche vor die Tür zu hängen, damit die Kripo es in Verwahrung nehmen könne.

Die Frau nahm nicht nur ihre eigenen Ersparnisse, sondern war von der erfundenen Geschichte so überzeugt, dass auch ihre Familienangehörigen ihre Gelder sammelten, die sie zusammen vor die Haustür legten. Nach gerade einmal fünf Minuten war die Tasche weg, die abholende Person wurde nicht gesehen. Der Mann am Telefon, der sich als Kripo-Beamter ausgab, sprach akzentfreies Hochdeutsch. Die Nummer, von der angerufen wurde, hatte am Ende die Ziffern -555.

In einem anderen Fall nahm eine 89 Jahre alte Frau auf telefonische Aufforderung ihren Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro zusammen und legte ihn in einem Päckchen vor die Türe.

Auf gleiche Weise versuchten in der vergangenen Woche Gauner ihr Glück auch in Rheinstetten und in Waldbronn-Reichenbach. Hier wurde, wie auch in vier Fällen in Calw und zwei weiteren in Höfen, rechtzeitig Verdacht geschöpft, so dass kein Schaden entstand.

Die überwiegende Anzahl solcher Anrufe wird bislang im Pforzheimer Stadtbereich registriert. Im letzten Monat wurden alleine hier 60 betrügerische Anrufe festgestellt, von denen die Betrüger in sechs Fällen Geld erbeuteten. Der Schaden wird derzeit auf rund 150.000 Euro beziffert.

Die Polizei warnt, nicht auf solche Betrüger hereinzufallen und gibt folgende Tipps:

Seien Sie bei solchen Sachverhalten stets misstrauisch und vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter, Kriminalbeamter oder Bankangestellter ist. Rufen Sie hierzu die jeweilige Person oder Behörde an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Am besten legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt und wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.polizei-beratung.de/vorbeugung/betrug und in der Broschüre "der goldene Herbst".

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