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Der OB zeigte Verständnis.
01.05.2016

Gellende Pfiffe gegen den Genossen Gert bei DGB Mai-Kundgebung

Er hatte damit gerechnet, und er hat sich dem gestellt: OB Gert Hager, Sozialdemokrat und Verdi-Mitglied, wusste, dass sein Grußwort bei der Pforzheimer Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes am Sonntag der Arbeit im Haus der Jugend kein Heimspiel werden würde.

Dass er nicht nur den würzigen Duft von Fleischspießen am Aleviten-Stand, Bratwürstchen der SPD, Spezialitäten des kurdischen Elternvereins oder Kaffee und Kuchen bei der Arbeiterwohlfahrt zu schmecken bekommen würde.

Allzu heftig tobt dafür der Konflikt zwischen dem Rathaus und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi um den Umgang mit den 240 Beschäftigten der Stadtverkehr Pforzheim GmbH & Ko KG. Das Unternehmen wird bekanntlich zum Jahresende liquidiert, weil das Regierungspräsidium Karlsruhe der Rechtslage entsprechend einem Antrag der Bahntochter RVS zustimmte, die Buslizenz für Pforzheim zu erhalten und dabei ohne städtische Zuschüsse auszukommen.

DGB-Chef erinnert OB an Zusage

Bereits in seiner Eröffnungsrede hatte der Pforzheimer DGB-Kreisvorsitzende Wolf-Dietrich Glaser den Konflikt angesprochen und Hager mit den Worten „Ich möchte nicht in Deiner Haut stecken“, einerseits wegen der Haushaltsmisere der Stadt, andererseits wegen der Busthematik. Trotz schwieriger Zeiten sei es „eine Ehre und Wertschätzung“, dass der Oberbürgermeister sich die Zeit für ein Grußwort nehme. Aber: „Ich will dich an dein Versprechen erinnern, die Betroffenen nicht im Stich zu lassen.“ Die Stadt könne ihre Sachzwänge nicht auf dem Rücken ihrer Busfahrer und deren Familien abladen. „Ein Pforzheimer Oberbürgermeister, Verdi-Mitglied und Sozialdemokrat, hat soziale Verantwortung“. Zumal die Stadt binnen zehn Jahren so wohl rund 70 Millionen Euro einspare, solle ein Teil des Geldes den SVP-Beschäftigen zukommen. Zudem warnte Glaser vor Kürzungen im sozialen Bereich.

Hager, der unter lautstarken Pfiffen von rund 80 anwesenden SVP-Beschäftigten im gut gefüllten Haus der Jugend das Redner-Pult betrat, versicherte, er könne die Gemütslage der SVP-Beschäftigten verstehen und ihre Unmutskundgebungen auch. „Damit kann ich umgehen“, sagte er, während sich die Stadtbus-Mitarbeiter demonstrativ abwandten und ihm den Rücken zu drehten. „Das Schicksal der SVP-Beschäftigen ist mir nicht egal“. Es gehe nun im Wesentlichen darum, gemeinsame Lösungen insbesondere für die rentennahen Jahrgänge zu finden und an einer Transfergesellschaft zu arbeiten. Hager widersprach erneut dem auch gestern mehrfach geäußerten Vorwurf, die Stadt hätte den RVS-Antrag durchs Vorgeben von Sozialstandards im Ausschreibungstext verhindern können. Im Anschluss kam Hager auf die Bedeutung der Gewerkschaften im Kampf für Gerechtigkeit und gegen Rechtspopulismus zu sprechen.

Busstreiks auch gestern

Auf letzteres könne er sich verlassen, entgegnete ihm die nächste Rednerin, die Geschäftsführerin von Verdi-Mittelbaden, Susanne Wenz, die aber in einer leidenschaftlichen Rede noch einmal hart mit ihm und der Stadt ins Gericht ging, die Verantwortung der Stadt betonte und ihn als direkten Gesprächspartner forderte. „Es geht um die Schicksale von 240 Beschäftigten mit ihren Familien“, wiederholte sie unter großem Applaus der rund 250 Anwesenden. Von den Bus-Kunden erbat sie Solidarität. Der Busstreik – auch gestern wieder – richte sich nicht gegen die Bevölkerung, man habe bei mehreren Anlässen wie zum Beispiel den Abiturprüfungen Rücksicht genommen.

Im Anschluss appellierte der Hauptredner, Jurist Roman Romanowski von der IG Metall, für mehr Solidarität, weniger Marktradikalismus und einer scharfen Abgrenzung gegen die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Aussagen der AfD. Da hatten die Leckereien und Angebote an den Ständen draußen schon auf manchen Besucher dann doch ihre Wirkung entfaltet.

Peggy
01.05.2016
Gellende Pfiffe gegen den Genossen Gert bei DGB Mai-Kundgebung

Aber so Manchen hats nicht geschmeckt. mehr...

5 Freunde
01.05.2016
Gellende Pfiffe gegen den Genossen Gert bei DGB Mai-Kundgebung

Tja Herr Hager Die Einschläge kommen immer näher. mehr...

halli hallo
02.05.2016
Gellende Pfiffe gegen den Genossen Gert bei DGB Mai-Kundgebung

Albernes Geschwätz der Dame Susanne Wenk. Es ist klar, dass sich der Streik nicht gegen die Passagiere richtet; ABER DIE PASSAGIERE MÜSSEN ES AUSBADEN!!!!! Typisches Politgeschwafel.!! mehr...

Peggy
02.05.2016
Gellende Pfiffe gegen den Genossen Gert bei DGB Mai-Kundgebung

Und der Bürger muß die Kröte schlucken.Schämd euch. mehr...