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Vor mehr als 600 Zuhörern im nahezu voll besetzten Mittleren Saal des Pforzheimer CongressCentrums hat der frühere Ministerpräsident und jetzige EU-Energie-Kommissar Günther Oettinger für ein vereintes, starkes Europa geworben. © Ketterl
26.01.2013

Gelöst und gefeiert: Oettinger wirbt für starkes Europa

Pforzheim. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum freute sich über das "große und breite Interesse" am Neujahrsempfang, der MIT-Kreisvorsitzende Jochen Birkle sprach von einer "sehr hohen Besucherzahl": Vor mehr als 600 Zuhörern im nahezu voll besetzten Mittleren Saal des Pforzheimer CongressCentrums hat der frühere Ministerpräsident und jetzige EU-Energie-Kommissar Günther Oettinger für ein vereintes, starkes Europa geworben.

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Zugleich plädierte er dafür, die Energiewende "nicht im Schweinsgalopp" zu vollziehen. Oberstes Ziel müssten die Versorgungssicherheit sowie eine bezahlbare Stromversorgung sein. Wind und Sonne gehöre die Zukunft, sobald Strom kosteneffizient und verlustarm gespeichert werden könne, sagte Oettinger in seiner einstündigen, frei gehaltenen Rede.

Gelöst und gut aufgelegt wirkte der 59-jährige EU-Kommissar bei seinem Auftritt in der früheren politischen Heimat, in der inzwischen sowohl im Land als auch in Stuttgart die Grünen am Ruder sind. Die Mitglieder und Freunde des CDU-Kreisverbands und der Mittelstandsvereinigung Enzkreis/Pforzheim spendeten dem Gastredner immer wieder Zwischenapplaus und am Ende lang anhaltenden Beifall.

Die Partnerschaft mit Frankreich sei die Grundlage einer vereinten, friedlichen europäischen Gemeinschaft, sagte Oettinger mit Blick auf den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags. Die komplexen Probleme dieser Zeit seien nur gemeinsam in einem starken Europa zu lösen. "Deutschland ist für die großen Fragen der Welt nicht mehr groß genug", sagte Oettinger und rief zu Solidarität mit Mitgliedsstaaten wie Griechenland auf, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Die Krise sei ein Lackmustest für die politische Kraft Europas. Wenn die Europäer es nicht schafften, einem schwächelnden Mitglied zu helfen, traue die Welt Europa die Lösung seiner wirklich großen Probleme nicht zu.

Zu landespolitischen Themen äußerte sich Oettinger in seiner Rede nicht. Eine Rückkehr in den Südwesten - mancher Parteifreund sähe Oettinger gern als künftigen CDU-Spitzenkandidaten für die nächste Landtagswahl - schloss Oettinger am Rande der Veranstaltung im PZ-Gespräch aber aus.

Die "Pforzheimer Zeitung" wird in ihrer Montagsausgabe ausführlich berichten.

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