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Zeichnerin Maria Zühlke (links) und Andrea Schwarz vom Förderverein des Wildparks präsentieren die neuen Hinweisschilder für die Großvoliere. 
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Wie die Hühner auf der Stange sitzen die Waldrappe in ihrer Voliere, in die sie gerade eingezogen sind. Moritz 
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Die Absperrbänder in der Voliere markieren das Revier der Waldrappe. 

Gelungener Umzug: Waldrappe und Uhus beziehen die neue Großvoliere im Wildpark

Ein neues Domizil will erstmal in aller Ruhe begutachtet werden – da geht es den Waldrappen nicht anders als den zweibeinigen Besuchern des Wildparks. Und so bekommen die acht Herren und vier Damen dieser europäischen Ibis-Art erstmal ausreichend Zeit, um ungestört die neue Voliere, in die sie am Montag vergangener Woche eingezogen sind, zu inspizieren. Und ihre Nachbarn kennenzulernen.

Buntes Programm

Denn neben den Waldrappen haben auch die Uhus in der neuesten Wildpark-Attraktion ihr Zuhause gefunden. Da Letztere Ibisse zum Fressen gern haben, sind die Mitbewohner strikt voneinander getrennt – jedoch derzeit noch mit Sichtbeziehung zueinander. Sollten sich die Vögel verstehen, könnte diese bestehen bleiben. Wenn nicht, wird ein wenig Fauna für Frieden in der Vogel- WG sorgen. Der Waldrapp-Teil soll bald auch für Besucher geöffnet werden. Bis es so weit ist, müssen die Waldrappe jedoch erst noch lernen, wie weit ihr Territorium reicht und an welchen Grenzen Wildpark-Besucher sowie Stahlnetze zu erwarten sind. Das Trainingsgerät der Wahl: Absperrbänder, an denen die Vögel entlangfliegen. Laut Stadt klappe das schon ganz gut. Hetzen wolle man die Vögel dennoch nicht. „Es geht ihnen ausgezeichnet, doch räumen wir trotzdem noch eine gewisse Eingewöhnungszeit ein“, erklärt der städtische Pressesprecher Stefan Baust. In den kommenden Wochen soll es immer wieder einzelne Führungen geben, in die auch die Voliere mit einbezogen werden solle, wodurch in einem kontrollierten Rahmen eine Gewöhnung an einen etwas regeren Besucherverkehr stattfinden könne. Vollständig begehbar wird die nagelneue Voliere dann mit der Eröffnung beim Sommerfest am Sonntag, 28. Juli, sein.

Als Ehrengast zur Einweihungsparty der Vogel-WG hat sich unter anderem schon Oberbürgermeister Peter Boch angekündigt, der um 13 Uhr mit einem Festakt den Startschuss für Besucher einläutet, die rund um die Voliere auch Bastelaktionen und zahlreiche weitere Überraschungen erwartet.

Vogelwilde Liebe

Damit sich die Menschen in Gegenwart der Waldrappe zu benehmen wissen – die Ibisse ziehen stille Wasser wasserfallartig kommunizierenden Gästen vor – hat der Förderverein des Wildparks vorgesorgt. Über die Plattform Instagram wurde Vereinsmitglied Andrea Schwarz auf Maria Zühlke aufmerksam. Auf deren Account „threskiorni“ – zu Deutsch: Ibisse – tummeln sich einige Waldrappe aus der Feder der Sächsin, deren Maskottchen „Ti“ ebenfalls dieser Vogelart angehört. Schwarz nahm Kontakt mit der Waldrapp-Liebhaberin auf, um sie als Zeichnerin für die Hinweisschilder in der neuen Voliere zu gewinnen. Als echter Fan konnte und wollte diese nicht ablehnen. Und so sind gleich mehrere Tafeln entstanden, auf denen Waldrappe freundlich mit „Stopp“ zum Anhalten oder „Pssst, leise sein“, um Ruhe bitten.