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Die beiden jungen Frauen aus der Region halten zusammen – so wie die beiden auf diesem Symbolfoto. Pedersen
Die beiden jungen Frauen aus der Region halten zusammen – so wie die beiden auf diesem Symbolfoto. Pedersen
06.11.2015

Gemeinsam raus aus dem Teufelskreis: Zwei junge Frauen über große Verluste

Zwei Schwestern waren nach dem Tod ihrer Mutter vor einem Jahr am Boden. Mit der Hilfe von vielen PZ-Lesern kann ihnen nun der Neuanfang gelingen.

Ihr Schicksal bewegte vor einem halben Jahr die PZ-Leser: Nina und Maja B. (Namen geändert), zwei junge Frauen aus der Region, die in den 17 und 21 Jahren ihres Lebens schon viel verkraften mussten. Die psychische Krankheit und die Alkoholsucht ihrer Mutter. Deren Tod wie auch den von Oma und Großtante, die in schwierigen Zeiten für sie da waren. Schulabbrüche und Schwarzarbeit, um sich über Wasser zu halten. Über die Hilfsaktion „Menschen in Not“ blieb die „Pforzheimer Zeitung“ mit den Beiden in Kontakt. Ein halbes Jahr später berichten sie nun, wie sie dank der Hilfe mehrerer PZ-Leser Hoffnung schöpfen.

„Wir wissen ja eh, dass das nicht klappt.“ Mit diesem Zitat Ninas endete der Artikel, der am 27. Mai in der PZ erschienen war. Gemeint war die Suche nach einer Wohnung, die die 17-Jährige aufgegeben hatte. Sie und ihre Schwester wollten raus aus den vier Wänden, in denen alles an die Vergangenheit erinnerte und wo Nachbarn all die Probleme mitbekommen hatten: die Krankheit der Mutter genauso wie die Phase, als diese den Kindern Gewalt androhte und deren Konten sperrte.

Im Winter starb die Frau – gefunden wurde sie von den beiden Töchtern, die gemeinsam mit ihrer Familienhelferin nur eine Möglichkeit für einen Neuanfang sehen: ein neues Zuhause in einem neuen Umfeld. Anders als von den Mädchen erwartet, wurde aus dem Wunsch Wirklichkeit. Auf den PZ-Artikel hin meldete sich die Baugenossenschaft Arlinger, die ihnen eine Wohnung in Pforzheim vermittelte. Eine Leserin überraschte die Beiden mit Dauerkarten für die Gartenschau in Mühlacker, die sie bis dahin immer nur von außen anschauen konnten. Eine andere half ihnen mit einem Paket – darin waren Rewe-Gutscheine und eine Bibel – über die Runden. Am wertvollsten aber, sagen Nina und Maja, war ein Ehepaar aus Königsbach-Stein: „Zuerst haben sie uns beim Entrümpeln der alten Wohnung geholfen“, berichtet Maja. Fünf Transporter voller Müll, den die Mutter angehäuft hatte, habe man zur Deponie gefahren. Die Entsorgung bezahlte das Paar, das auch beim Tapezieren der neuen Wohnung half. Fast zeitgleich machte Nina ihren Haupt-, Maja den Realschulabschluss.

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