nach oben
Gen-Honig in der Kritik.
Gen-Honig in der Kritik © dpa
14.09.2011

Gen-Honig in der Kritik

Es summt und brummt auf dem eingezäunten Gartenstück von Dieter Bolz. Der 72-Jährige ist Imker aus Leidenschaft und hält auf dem Wartberg zusammen mit seiner Tochter 35 Bienenvölker mit jeweils bis zu 30.000 Bienen. Die europaweite Debatte um Gen-verunreinigten Honig beschäftigt auch den Pforzheimer Imker.

Der Europäische Gerichtshof hatte festgelegt, dass Honig mit Spuren gentechnisch veränderter Pflanzen nicht in den Supermärkten landen darf. „Ich begrüße das Urteil der EU-Richter, denn ich kann nicht beeinflussen, wie weit meine Bienen fliegen - sicher ist sicher“. Einem bayrischen Bauern wurde der Flug seiner Bienen zum Verhängnis, denn diese bedienten sich am Pollen eines gentechnisch veränderte Maisfeldes. Der Honig musste daraufhin vernichtet werden. Imkern wird durch den Richter-Spruch der Weg geebnet, wenn es darum geht Landwirte, die Genpflanzen anbauen, auf Schadensersatz zu verklagen. Bolz erklärt, dass das Problem um Gen-verunreinigten Honig in Deutschland bisher nicht so frappierend ist, wie im Ausland: „Wir haben hier zur Zeit glücklicherweise nur Testfelder, was Genpflanzen angeht. Im Ausland dürfte der Richter-Spruch für noch mehr Furore sorgen als hier“. Mit 19 Jahren hat sich Dieter Bolz, zuerst nebenberuflich, der Imkerei verschrieben. Der Rentner ist großer Fan von den Produkten, die seine tüchtigen Bienenvölker produzieren. Da gäbe es zum Beispiel Waben-Kauwachs, das sich bestens als Medizin gegen Allergien eigne. Propolis hingegen wirke antibakteriell. Wie sich Gentechnik auf diese Wirkstoffe auswirken würde, ist noch unbekannt.